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Windows 7 und Windows Server 2008 R2 auf einem gemeinsamen USB-Stick

Heute wollen wir mal kochen. Im Netz finden sich ja hunderte Rezepte, wie man einen USB-Stick zu einem Windows-Installationsdatenträger umfunktioniert. Ich möchte Ihnen aber heute die gehobene Küche präsentieren: Windows 7 und Windows Server 2008 R2 auf einem gemeinsamen USB-Stick. Von diesem Stick kann dann jede aktuelle Windows-Version installiert werden. Theoretisch könnte man wahrscheinlich auch Windows Vista und Windows Server 2008 hinzufügen. Aber dann reicht der handelsübliche 4 GB-Stick nicht mehr aus und wer will schon veraltete Betriebssysteme installieren?

Gut, fangen wir also mit unserer Kochsession an…

Zutaten

  • USB-Stick mit mindestens 4 GB Kapazität. Die vorhandenen Daten werden gelöscht, wenn Sie dieses Rezept nachkochen.
  • Windows 7 Installationsdatenträger, am besten Enterprise oder Ultimate
  • Windows Server 2008 R2 Installationsdatenträger
  • PC mit Windows Vista SP1, Windows Server 2008, Windows 7 oder Windows Server 2008 R2 und installiertem

Die Installationsdatenträger sollten die gleichen Sprache haben, sonst wird das Image für den 4 GB-Stick zu groß.

Vorgehensweise

  1. Zunächst bereiten Sie den USB-Stick vor. Dazu öffnen Sie eine Eingabeaufforderung als Administrator und führen folgende Befehle aus:
    diskpart
    list disk

    Notieren Sie die Nummer des Datenträgers, der den USB-Stick darstellt. In der Abbildung ist das Datenträger 1.
    select disk 1
    Die Nummer hinter Disk ist die vorher notierte Nummer des Datenträgers.
    Achtung: Die folgenden Befehle löschen alle Daten auf dem Stick unwiderruflich!

    clean
    create partition primary
    active
    format fs=fat32 quick
    assign
    list volume


    Hier notieren wir uns den Laufwerksbuchstaben des gerade erstellten Volumes. In der Abbildung ist das F.

    exit
    

  2. Noch während Sie vielleicht das Windows Automated Installation Kit (WAIK) herunterladen und installieren, Stellen Sie den Windows Server 2008 R2 Installationsdatenträger bereit. Wir gehen hier davon aus, dass er in Laufwerk Z: liegt. Kopieren Sie den kompletten Inhalt des Windows Server 2008 R2 Datenträgers auf den USB-Stick, z. B. mit
    xcopy c:\winstall\*.* f:\ /e /f
  3. Stellen Sie den Windows 7 Installationsdatenträger bereit. Wir gehen hier einmal davon aus, dass er in Laufwerk Z: liegt. Jetzt sollte das WAIK schon installiert sein.
  4. Führen Sie die Eingabeaufforderung für Bereitstellungstools aus der Gruppe Microsoft Windows AIK als Administrator aus.
  5. In der Eingabeaufforderung exportieren Sie nun die Installationsimages vom Windows 7 Datenträger auf den USB-Stick. Dazu verwenden Sie den Befehl imagex:
    imagex /export z:\sources\install.wim * F:\sources\install.wim
  6. Das Boot-Image in boot.wim muss auch noch bearbeitet werden:

    md c:\w2008boot
    md c:\w7boot
    imagex /mountrw f:\sources\boot.wim 2 c:\w2008boot
    imagex /mount z:\sources\boot.wim 2 c:\w7boot

    xcopy c:\w7boot\sources\license\*.* c:\w2008boot\sources\license\ /e (Dabei keine Dateien überschreiben!)

    imagex /unmount /commit c:\w2008boot
    imagex /unmount c:\w7boot

  7. Dann noch einige Dateien kopieren:
    copy z:\sources\*.clg f:\sources
    xcopy z:\sources\license\*.* f:\sources\license\ /e
    (Dabei keine Dateien überschreiben!)
    xcopy z:\support\migwiz\*.* f:\support\migwiz\
  8. Falls vorhanden, löschen Sie die Datei f:\sources\ei.cfg.
  9. Die Datei f:\product.ini muss auch noch editiert werden. Im Abschnitt [sku] ergänzen Sie den Eintrag skuid= um die Einträge, die Sie in der gleichen Datei auf dem Windows 7 Intallationsdatenträger finden. Ebenso gehen Sie mit dem Eintrag Staged= im Abschnitt [BuildInfo] vor. Die Einträge sehen dann etwa wie folgt aus:

    [sku]
    skuid=PRODUCT_ENTERPRISE_SERVER,PRODUCT_STANDARD_SERVER,PRODUCT_DATACENTER_SERVER,PRODUCT_ENTERPRISE_SERVER_IA64,PRODUCT_STARTER,PRODUCT_HOME_BASIC,PRODUCT_HOME_PREMIUM,PRODUCT_PROFESSIONAL,PRODUCT_ENTERPRISE,PRODUCT_ULTIMATE,PRODUCT_STARTER_N,PRODUCT_HOME_BASIC_N,PRODUCT_PROFESSIONAL_N,PRODUCT_HOME_PREMIUM_N,PRODUCT_ENTERPRISE_N,PRODUCT_ULTIMATE_N,PRODUCT_STARTER_E,PRODUCT_HOME_BASIC_E,PRODUCT_PROFESSIONAL_E,PRODUCT_HOME_PREMIUM_E,PRODUCT_ENTERPRISE_E,PRODUCT_ULTIMATE_E

    [BuildInfo]
    staged=SERVERSTANDARD,SERVERSTANDARDCORE,SERVERENTERPRISE,SERVERENTERPRISECORE,SERVERDATACENTER,SERVERDATACENTERCORE,SERVERWEB,SERVERWEBCORE,HOMEBASIC,HOMEPREMIUM,PROFESSIONAL,ULTIMATE

Nun geht es ans Genießen. Stellen Sie sicher, dass, der PC, dem Sie vom USB-Stick ein neues Betriebssystem verpassen wollen, auch von diesem bootet. Die Installation erfolgt wie gewohnt, nur, dass Sie eine etwas umfangreichere Auswahl an Geschmacksrichtungen haben.

Tipp für die Verfeinerung (für den Sonntagsbraten)

Es ist natürlich auch möglich, auf dem USB-Stick selbst erstellte SysPrep-Images mit eigenen Anwendungen hinzuzufügen. Dazu ist dann aber ein größeres Backrohr – äh – ein größerer Stick erforderlich. 8 GB sollten dabei in den meisten Fällen reichen. Sie müssen dazu nur den Befehl aus Schritt 5 ausführen und dabei im ersten Parameter als Quelle Ihre eigene WIM-Datei angeben.

Kommentare

Wim-Dateien größer 4GB mit imagex /split in zwei .swm Dateien unterteilen.

Hallo,

vielen Dank für diesen Artikel, er hat mir vieles leichter gemacht. Ich habe meinem USB-Stick auch noch andere gesysprepte Images hinzugefügt.
Vielleicht wäre der Hinweis noch ganz nützlich, dass die WIM Datei über 4GB gesplittet werden muss, damit sie auf ein FAT32 Laufwerk kopiert werden kann.

Viele Grüße

Andreas Dufour
um 19.11.2009 12:02

@Andreas

Einfach NTFS als Formatierung wählen für den USB Stick
um 26.12.2009 00:55

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