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Office 2010 RTM: Die ersten Eindrücke

Anfang Jänner habe ich in einem Blog-Eintrag die Beta von Office 2010 kritisch betrachtet. Seit 4 Tagen setze ich nun die endgültige Version ein. Schauen wir uns einmal an, ob die damalige Kritik noch aufrecht zu erhalten ist.

An die neue Backstage-View, die das Office-Menü bzw. das Datei-Menü ablöst, habe ich mich in der Zwischenzeit gewöhnt und sie sogar lieben gelernt. Sie bietet nicht nur einen schnellen Zugriff auf die zuletzt geöffneten Dateien, sondern auch auf die Ordner, aus denen man zuletzt Dateien geöffnet hat. Vor allem bei gemeinsam mit Kollegen genutzten Ordnern ist das sehr praktisch. Wählt man Drucken, sieht man gleich eine Vorschau des Dokuments. Insgesamt ist das neue Datei-Menü gelungen, wenn auch sicher nicht das Hauptargument für Office 2010. Schade nur, dass manche gewohnte Tastenkürzel auch in der endgültigen Version nicht mehr funktionieren.

Meine Kritik am Menüband (Ribbon) halte ich uneingeschränkt aufrecht. Einerseits sind die Anpassungsmöglichkeiten für den Endanwender stark eingeschränkt, andererseits aber doch so umfangreich, dass der Helpdesk wieder die gleichen Problem haben wird, Benutzer mit angepassten Menüs zu unterstützen. Auch die fixe Position des Menübands oben am Bildschirm ist im Zeitalter der Breitbildschirme einfach nur lästig, weil sie den Anzeigebereich vor allem bei hochformatigen Dokumenten stark einschränkt.

Paletten können immer noch nicht aus dem Menüband herausgezogen und permanent am Bildschirm verankert werden. Dies ist vor allem in Excel und PowerPoint beim Einfärben von Dokumenten sehr lästig, nötigt es doch zu deutlich längeren Mauswegen und mehr Klicks. Diese Funktionalität stand in allen Office-Versionen von 4.0 bis 2003 zur Verfügung.

Toll finde ich die Unterstützung mehrerer Exchange-Konten in Outlook, wobei man sich schon fragt, warum erst jetzt? Windows Phone 7 wird das übrigens auch am Handy beherrschen, nachdem Palm WebOS und Android das jetzt schon können und das iPhone ab Sommer.

Obwohl Microsoft einige unlogische Bezeichnungen in den Menüs ausgebessert hat (Kein Rahmen statt Keine Gliederung, um nur ein Beispiel zu nennen), aber neue Stolpersteine eingebaut. Die Export-Funktion findet sich in Outlook auch in der endgültigen Version unter Datei, Öffnen, Importieren. Da sucht man sicher als erstes! Im- und Export-Funktionen für die Kategorien fehlen leider immer noch.

Copy & Paste war gestern. Als erstes hat Apple mit dem iPhone ersucht, die Anwender davon zu überzeugen, dass man Inhalte nicht mehr kopieren soll und musste zurückrudern. Microsoft wird mit Windows Phone 7 Ende des Jahres das gleiche noch einmal versuchen. Einen ersten Vorgeschmack liefert Outlook 2010: Das Kopieren von Terminen über die Zwischenablage wird nicht mehr unterstützt.

Update (27.04.2010 20:30): Georg Binder weist darauf hin, dass das Kopieren mit den bekannten Tastenkürzeln STRC + C und STRG + V sehr wohl noch möglich ist. Allerdings wird es in der Menüleiste tatsächlich nicht angezeigt und funktioniert bei Terminen einer Terminserie nicht richtig.

Die schlimmsten Bugs wurden aber beseitigt. So konnte ich Outlook nicht mehr zu reproduzierbaren Abstürzen zwingen. Das heißt aber nicht, dass Outlook nicht mehr crasht, nur halt nicht mehr so oft. in 5 Tagen hängte sich Outlook nur mehr einmal auf, statt mehrmals täglich. Die Zuverlässigkeitsüberwachung in Windows 7 ist da unerbittlich in der Dokumentation.

Das Zusammenspiel zwischen Office 2010 und SharePoint 2007 funktioniert inzwischen. Die Social Connectors in Outlook habe ich noch nicht getestet. Insgesamt macht Office 2010 eher den Eindruck eines jetzt fertigen Office 2007 als einer wirklich revolutionären Version, wenn man von einigen Anwendungen (InfoPath, SharePoint Designer) absieht.

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