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Der NTx Blog

Geschichten über Technik, und was sonst noch in der IT passieren kann ...

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Probleme mit Standard-Gateway (Default-Gateway): Reprise

Vor etwas über einem Jahr berichtete ich über ein Problem in den 32-Bit-Versionen von Windows Vista, das bei DHCP-Clients dazu führte, dass das Standardgateway falsch auf 0.0.0.0 eingestellt wurde, wenn der Computer aus Standby oder Ruhezustand zurückkehrt. Das Problem trat bei mir auf, wenn der Client eine 100 MBit-Anbindung ans Netzwerk hatte und der Server eine GBit-Anbindung. Laut diversen Berichten im Internet tritt das Problem auch noch unter Windows 7 auf.

Vorige Woche erreichte mich ein interessantes Mail dazu von Marco Stroppel. Ich möchte vorausschicken, dass ich die Aussagen technisch nicht geprüft habe, aber sie klingen für mich so plausibel, dass ich sie den geschätzten Lesern dieses Blogs nicht vorenthalten möchte. Außerdem finden sich ähnliche Berichte zuhauf im Internet (interessanterweise vor allem auf Russisch).

Anscheinend wird das Problem gar nicht von Windows selbst, sondern vom sogenannten mDNSResponder im Bonjour-Stack ausgelöst, einem Apple-eigenen Protokoll, das zur Erkennung diverser Netzwerkgeräte dient. Bonjour wird mit verschiedenen Produkten automatisch installiert. Die bekanntesten sind unter anderen Apple iTunes, Apple Safari und Adobe Photoshop CS3. iTunes verwendet das Protokoll z. B. zum Streamen von Musik über das Netzwerk.

Um zu prüfen, ob Bonjour installiert ist, reicht es, unter c:\program files (bzw. Programme) nach einen gleichnamigen Ordner zu suchen. In vielen Fällen reicht es, Bonjour über den normalen Weg über die Systemsteuerung zu deinstallieren. Sollte das nicht möglich sind, wird man Bonjour auch so los:

  1. Das Programm Dienste (Services bzw. Services.msc) mit administrativen Rechten öffnen und den Bonjour-Dienst beenden.
  2. Die folgenden Befehle in einer Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten ausführen:
    c:
    cd %programfiles%\bonjour
    mdnsresponder –remove
    ren mdnsnsp.dll mdnsnsp.old
  3. Bonjour-Ordner löschen.
  4. Danacht evt. den Computer noch neu starten.

Marco Stroppel schreibt, dass dies das Problem löst. Sollte jemand andere oder zusätzliche Beobachtungen gemacht haben, freue ich mich über ein Feedback an Roman.Korecky@ntx.at.

Automatische Signaturen erzeugen mit Exchange Server 2010

Wollte man in der Vergangenheit die Signatur für Emails automatisch auf Basis von AD Attributen erzeugen, war man auf Dritthersteller angewiesen. In Exchange Server 2010 wurden die Transportregeln nun um diese Funktion erweitert.

 

Als Basis dient die schon in Exchange Server 2007 eingeführte Möglichkeit jeder Nachricht einen Disclaimer anzuhängen. Exchange Server 2010 erlaubt es nun, den Disclaimer mit Attributen aus dem AD zu befüllen. Um den folgenden Text für den Disclaimer zu erzeugen:

 

Mit freundlichen Grüßen

 

NTx BackOffice Consulting Group GmbH

Christian Schindler

Senior Consultant

 

Sterngasse 11

A-1010 Wien

 

Phone:          +43 1 532 40 32

Fax:             +43 1 532 40 41

Mobile:         +43 664 8205904

Email:           christian.schindler@ntx.at

Internet:       www.ntx.at

 

<Firmenmäßige Zeichnung, etc.>

 

…stellt man folgenden Disclaimertext ein:

 

Mit freundlichen Grüßen

 

%%company%%

%%displayname%%

%%title%%

 

%%street%%

A-%%zipcode%% %%city%%

 

Phone: %%PhoneNumber%%

Fax: %%FaxNumber%%

Mobile: %%MobileNumber%%

Email: %%Email%%

Internet: www.ntx.at

 

< Firmenmäßige Zeichnung, etc.>

 

Eine Liste der zu verwendenden Attribute finden sie hier. Der Disclaimer kann auch als HTML Text gestaltet werden. Somit können auch Fontfarbe, Tabellen, etc. konfiguriert werden.

 

Für mich ein weiterer Grund Exchange Server 2010 einzusetzen. J

 

 

Die Benutzeroberfläche von Office 2010: Veraltet und unlogisch

Ich setze auf meinem Notebook nun seit mehr als 2 Wochen die Beta von Office 2010 produktiv ein. Hier möchte ich einmal meine ersten Erfahrungen zusammenfassen.

Weder Word noch Excel sind mir besonders positiv oder negativ aufgefallen. Keine Abstürze, aber auch keine herausragenden Funktionen. An Excel stört mich nur, dass bestimmte eingelernte Tastenkombinationen (z. B. STRG + P, ALT + K um die aktuelle Markierung zu drucken) nicht mehr funktionieren. An die vielgelobte Backstage-View (Menü Datei) habe ich mich noch nicht gewöhnt.

Keinen Fortschritt kann ich bei der Oberfläche der Office-Anwendungen ausmachen. Das Menüband ist immer noch oben fixiert, was angesichts des nun schon jahrelangen Trends zum Breitbildschirm mehr als anachronistisch wirkt. Da war Office 2003 noch besser auf aktuelle Bildschirme anpassbar.

Das Menüband lässt sich nun eingeschränkt anpassen. Es lassen sich ganze Funktionsleisten und –gruppen ausblenden und die Reihenfolge ändern. Ob das den Helpdesks wirklich hilft, wage ich zu bezweifeln. Umgekehrt würden sich die Benutzer sicher noch weitgehendere Anpassungsmöglichkeiten wünschen. Hier setzt sich Microsoft also gekonnt zwischen die Stühle.

Besonders ärgerlich finde ich, dass es nach wie vor nicht möglich ist, Paletten (z. B. Farbpaletten) aus dem Menüband herauszuziehen und permanent am Bildschirm zu verankern. Diese Funktion war zumindest in den Office-Versionen 4.0 bis 2003, also mehr als 15 Jahre sehr wohl möglich und erleichterte z. B. das Einfärben von Powerpoint-Präsentationen gewaltig.

Die radikalsten Veränderungen hat wohl Outlook erfahren. Die Unterstützung für mehrere Exchange-Konten in verschiedenen Organisationen war schon überfällig und tröstet mich über den nach wie vor sehr wackelhaften IMAP4-Support hinweg. Bye, bye IMAP4! Jetzt muss das nur noch Windows Mobile lernen.

Die Oberfläche von Outlook 2010 ist hingegen gründlich misslungen. Das Menüband ist eine wilde Aneinanderreihung unzusammenhängender Funktionen. Mit dieser Meinung bin ich nicht alleine. Der bekannte IT-Journalist Georg Holzer, twitterte heute: “Das ist logisch ... Will man in Outlook 2010 alle Ordner exportieren, muss man "importieren" wählen :-)” Genauer gesagt, die Export-Funktion findet man Datei, Öffnen, Importieren…! Jeder weitere Kommentar erübrigt sich. Nur noch eines: Die Kategorien können immer noch nicht exportiert und importiert werden, was bis Outlook 2003 mit Tricks problemlos möglich war. Da die Kategorien im jeweiligen Mail-Konto gespeichert werden, ist das besonders bei der Verwendung mehrerer Exchange-Konten extrem lästig.

Jahrelang habe ich mir eigene Ansichten in Outlook definiert. Diese Arbeit scheint nun verloren zu sein. Denn wie ich meine definierten Ansichten verwende, blieb mir in zwei Wochen verborgen. [Update: Kollege Schindler hat mir gerade erklärt, wie man auf die Ansichten zugreift. Ansicht, Ansicht ändern. Nicht einmal so unlogisch :-)] Der absolute Hammer: Microsoft nimmt sich offensichtlich das iPhone zum Vorbild und lässt das Kopieren von Terminen in Outlook 2010 nicht mehr zu! Klar, mit gehaltener STRG-Tasten kann man einen Termin innerhalb von ein paar Wochen schon kopieren. Aber, wie kopiere ich einen Termin z. B. von Jänner auf August?

Und einen reproduzierbaren Absturz gibt es auch: Man ordne seine Kontakte nach Kategorie gruppiert an, klicke dann auf einen der Kategorietitel, um alle Kontakte dieser Kategorie zu markieren. Dann klicke ich auf Kategorisieren, um diesen Kontakten, eine andere Kategorie zuzuweisen – crash!

Eine Enttäuschung sind die Social Connectors. Sie sollen Informationen zum Absender einer Mail in verschiedenen sozialen Netzwerken anzeigen. Derzeit wird jedoch nur SharePoint 2010 unterstützt, nicht einmal das hauseigene SharePoint 2007, von Facebook, Twitter, Xing & Co ganz zu schweigen. Liebe Microsoft, so schwer kann das doch nicht sein, wie man an der Flut an Facebook- und Twitter-Clients sieht!

Rate ich deshalb von Office 2010 ab? Betonen muss man schon, dass es sich noch um ein Beta-Produkt handelt. Speziell bei den Social Connectors und den Abstürzen kann sich bis zum Release noch einiges ändern. Enttäuschend finde ich die Oberfläche, weil Microsoft offensichtlich nichts aus Office 2007 gelernt hat, ja einige Fehler sogar noch verschlimmert hat. Funktional wird es wohl aber keine Alternative zu Office 2010 geben, speziell im Zusammenspiel mit SharePoint 2010. Jedenfalls gibt es noch genug Raum für Verbesserungen in Office 2014.

Vista/Win7: Alle Aufgaben auf einen Blick
Wie Georg Binder in seinem Windows-Blog schreibt, gibt es ein "verstecktes" Feature in Vista/Win7 das alle nur erdenklichen Aufgaben in einem Order zusammenfasst.
 
Georg nennt das den "God Mode" :-) Nun darüber kann man streiten - ist aber auf jeden Fall ein coole Sache - denn man kann in diesem virtuellen Ordner auch eine Suche starten...!
 
Hier ein Screenshot von meinem System wie sowas aussieht:
 
GodMode
 
Und wie wirds gemacht? Nun, ganz einfach: Einen neuen Ordner erstellen, den Namen beliebig ändern und dann die folgende Erweiterung hinzufügen: .{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}. Fertig!
System Center Virtual Machine Manager (SCVMM) R2 Agent in der DMZ, und was das mit WinRM zu tun hat

Vorweg: Ich finde SCVMM, überhaupt in der R2 Version, wirklich super. Das Produkt läuft sehr stabil und bringt wirklich was, gerade in "dynamischen" Umgebungen, wo virtuelle Maschinen öfter neu erstellt werden oder sich User ihre virtuellen "Spielmaschinen" gar selbst zusammenbauen können sollen.

Andererseits ist es leider auch bei diesem Produkt so, dass manches auf eine Art implementiert ist, dass man sich einfach nur fragen muss, ob das jemals wer ausprobiert hat – abgesehen von den Entwicklern selbst, aber die wissen's ja eh. Das kann nämlich angesichts des "VMM R2 Agent in der DMZ Upgrade Debakels" unmöglich der Fall sein. Wenn dann noch – wie in diesem Fall – eine suboptimale Dokumentation der bestehenden Installation dazukommt, wird aus einer 5-Minuten-Sache schnell ein 8 Stunden Einsatz. Die Ausgangslage:

Auf einer Maschine in der DMZ (dem "DMZHOST") läuft der SCVMM Agent und soll auf den SCVMM R2 Agent upgegradet werden, weil der SCVMM Server selbst bereits auf R2 upgegradet wurde. In diesem Zustand ist der DMZHOST in der Konsole mit einen "Achtung" Symbol verziert und "Needs Attention", weil er eben upgegradet werden sollte.

Wenn Sie bei dieser Maschine in der Konsole auf "Update Agent" klicken, wird der Update-Job gestartet, der endet aber augenblicklich mit einem Fehler:
Error (10436)
Virtual Machine Manager does not support updating an agent on a host that is in a non-trusted domain or on a perimeter network.

Die Lösung steht auch gleich dort drinnen, und zwar:

  1. Host aus der Konsole entfernen
  2. VMM Agent vom Host deinstallieren
  3. VMM R2 Agent am Host installieren
  4. Host in der Konsole hinzufügen

Punkt 1) ist schnell erledigt, Punkt 2) auch. Interessant wird es ab dem Punkt 3)

Wenn jetzt das VMM Agent Setup ausgeführt wird, führt das sofort nach der Eingabe aller Daten zu folgendem überaus erhellenden Fehler-Popup:

Failed to configure the WS-Management service. In the Local Group Policy Editor (gpedit.msc), navigate to Computer Configuration\Administrative Templates\Windows Components\Windows Remote Management (WinRM), and then ensure that there are no policy settings configured for WinRM Client or WinRM Service.

Nur der Vollständigkeit halber erwähne ich hier, dass natürlich keinerlei lokale Richtlinie für WinRM konfiguriert ist. Daraufhin in einer "elevated" ("als Administrator" ausgeführten) Eingabeaufforderung folgendes festgestellt:

C:\Windows\system32>winrm enum winrm/config/listener
WSManFault
Message = Access is denied.

Error number: -2147024891 0x80070005
Access is denied.

Nach längeren Recherchen bin ich schließlich über diesen Artikel gestolpert, in dem es zwar um eine remote Verbindung auf den Server mittels WinRM geht, der das Problem aber trotzdem behebt, sobald man diesen Registry-Wert hinzufügt:

[HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\System] (DWORD) LocalAccountTokenFilterPolicy = 1

Kaum ist der Wert hinzugefügt und die Policy mit "gpupdate" aktualisiert, funktioniert winrm als Administrator ohne "Access Denied", und die Installation des VMM R2 Agents problemlos. Damit wäre eigentlich alles eitel Wonne, wäre da nicht die – zugegeben lästige – Frage der VMM Agent Setup Wizards nach den Ports für die WinRM- und die BITS-Kommunikation. An dieser Stelle werden 2 Standardwerte angeboten, nämlich

  • 80 – für die Kommunikation des VMM Servers mit dem Agent über WinRM, und
  • 443 – für den Filetransfer mittels BITS

Diese Ports müssen natürlich mit den Einstellungen des VMM Servers übereinstimmen, andernfalls wird dieser mit dem Agent keine Kommunikation zustande bringen, was sich in folgendem Fehler manifestiert:

Error (426)

The agent is not responding on the perimeter network machine DMZHOST because either the agent is not installed; or DMZHOST is not accessible from Virtual Machine Manager server.

Jetzt wäre eine Dokumentation hilfreich, in der steht, welche Ports der Installateur des Systems damals bei der Einrichtung des VMM Servers für die Kommunikation mit den Agents festgelegt hat. Diese Einstellung wird nämlich sicherheitshalber in der VMM Konsole am Server nirgends angezeigt. Wenn man diese Werte nachträglich herausfinden will, muss man

  • entweder in der Doku nachschauen – wenn man eine hat,
  • oder mittels winrm enum winrm/config/listener auf einem anderen Agent nachschauen,
  • oder am VMM Server in der Registry unter HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Microsoft System Center Virtual Machine Manager Server\Settings nachschauen

Damit abschließend noch zu folgenden Hinweisen:

  1. Wird der VMM R2 Agent deinstalliert, wird auch der o.a. Registry Wert gelöscht! Wer also nach der Deinstallation des Agents unmittelbar wieder neu installiert, hat ein deja vu Erlebnis.
  2. Bei der Installation des Agents kann man auch ein Zertifikat konfigurieren, mit dem die Verschlüsselung erfolgen kann. Dazu muss man den Thumbprint des Computer-Zertifikats des Hosts (nicht des Servers!) eingeben. Das Zertifikat muss gültig sein, der Subject-Name muss mit dem Host-Namen im Security-File übereinstimmen, und das Zertifikat muss auch am Server gültig sein.
Hochverfügbarkeit für’s kleine Budget

EInes der heißesten Features von Windows Server 2008 R2 ist sicher die sogenannte Live Migration in Hyper-V. So, das waren jetzt viele Buzz-Words auf einmal.

Begriffe kurz erklärt: Hyper-V, Migration, Clustering

Was ist Hyper-V? Hyper-V ist eine Technologie, mit der sich Computer virtualisieren lassen und die in ab Windows Server 2008 enthalten ist. Virtualisieren bedeutet, dass man viele “virtuelle” Computer auf einem physischen Computer laufen lassen kann, jeder davon mit eigener virtueller Hardware und eigenem Betriebssystem.

Von Migration spricht man bei virtuellen Maschinen dann, wenn eine solche Maschine von einem physischen Computer auf einen anderen verschoben wird. Bei der Quick Migration, die schon Windows Server 2008 beherrschte, wird dazu der RAM-Inhalt in eine Datei geschrieben (ähnlich dem Ruhezustand), dann die Kontrolle über den Datenspeicher der anderen physischen Maschine übergeben, die die virtuelle Maschine bei sich einrichtet und wiederherstellt. Je nach RAM-Größe und Geschwindigkeit des Datenspeichers kann das doch etliche Sekunden dauern.

Bei der Live Migration wird hingegen der RAM der virtuellen Maschine nicht mehr in eine Datei gespeichert, sondern direkt über das Netzwerk übertragen. Es kommt zu keiner Betriebsunterbrechung mehr.

Beide Migrationsmethoden setzen voraus, dass mindestens zwei physische Maschinen vorhanden sind, die in einem Failover-Cluster zusammengeschaltet sind. Ein solcher Cluster benötigt dazu noch einen gemeinsamen Datenspeicher, sodass beide Maschinen gleichwertig auf die Daten zugreifen können. Fällt eine Maschine in einem Cluster aus, übernimmt automatisch die andere Maschine die Aufgaben des Clusters. Clustering ist ein Feature der teuren Enterprise- und Datacenter-Versionen von Windows Server und ist seit mehr als 10 Jahren verfügbar. Früher hat man vor allem einzelne Anwendungen wie Exchange und SQL Server geclustert. Heute werden zunehmen nur mehr die virtuellen Maschinen geclustert. Die Anwendungen laufen dann in den virtuellen Maschinen, was nur wenig Geschwindigkeit kostet, aber viel einfacher einzurichten und zu administrieren ist.

Clustering gratis

Aufgrund der hohen Kosten für die Hardware und Lizenzen war Clustering bisher vor allem großen Unternehmen vorbehalten. Doch auch kleinere Unternehmen mit wenig IT-Budget brauchen nicht selten die Hochverfügbarkeit von bestimmten oder allen Server-Anwendungen. Und hier kommt die sensationelle Nachricht: Microsoft bietet nun eine bestimmte, aber sehr brauchbare Cluster-Lösung kostenlos an: Den Hyper-V Server 2008 R2. Dabei handelt es sich um einen vorkonfigurieren Server auf Basis des Windows Server 2008 R2 Enterprise Edition Core, das heißt ohne grafische Benutzeroberfläche. Für die komfortable Administration benötigt man zusätzlich noch einen Computer Windows Vista Business, Windows 7 Professional oder besser. Dies sollte aber auch in kleinen Unternehmen kein großes Problem darstellen.

Dieser kostenlose Hyper-V Server unterstützt Clustering und Live-Migration. Damit kann man ohne zusätzliche Lizenzkosten jede virtuelle Maschine hochverfügbar machen.

Damit wird es erstmals auch interessant, dezidierte KMU-Lösungen wie z. B. den Windows Small Business Server 2008 hochverfügbar zu machen.

Wann rechnet sich Hochverfügbarkeit mit Clustering?

Doch rechnet sich der Aufwand für die zusätzliche Hardware überhaupt mit ein kleines Unternehmen mit schmalem Budget? Ich habe hier einmal zwei Lösungen verglichen (alle Preisangaben völlig unverbindlich exkl. MWSt.):

1-Server-Lösung

Ein Dell PowerEdge R410 mit Festplatten als RAID 1, redundantem Netzteil, 2 CPUs, 8 GB RAM und geschäftskritischem Service-Vertrag kostet ca. € 2.411.

Hochverfügbare Cluster-Lösung
  • 2 Stück Dell PowerEdge R200 mit jeweils einem Prozessor, einer Festplatte, zwei Netzwerkkarten (davon eine 4-Port-Karte) und 8 GB RAM und Service am nächsten Arbeitstag kosten zusammen ca. € 2.078.
  • Eine Storage-Lösung auf iSCSI-Basis kostet ca. € 2.000 mit redundanten Festplatten.
  • Die Kosten für einen zusätzlichen Gigabit-Switch sind praktisch zu vernachlässigen (ab ca. € 30).

Zusammen kostet diese Lösung also ca. € 4.100.

Die Kosten für Software-Lizenzen eine Backup-Lösung usw. sind bei beiden Lösungen gleich hoch. Die hochverfügbare Lösung kostet in diesem Preisvergleich lediglich ca. € 1.700 mehr. Das klingt auf den ersten Blick recht viel, immerhin sind das 70 % Mehrkosten gegenüber der konventionellen Lösung. Doch berechnen Sie einmal, was ein Tag Ausfall kostet! Schon bei einem Betrieb mit 10 – 20 Mitarbeitern machen diese Kosten alleine was verlorene Arbeitszeit betrifft, schon mehr aus. Von entgangenem Umsatz, Schadenersatzforderungen der Kunden, Kosten für Überstunden usw. ganz zu schweigen. Ich behaupte hier einmal ganz kühn, dass sich die hochverfügbare Lösung praktisch immer rechnet. Vor allem, wenn man noch die größere Flexibilität bei der Datenspeicherverwaltung berücksichtigt. Ein iSCSI-System lässt sich im laufenden Betrieb einfach erweitern. Die Festplatten dafür sind mittlerweile ja recht billig geworden.

Sie haben Interesse, Ihre EDV hochverfügbar zu machen? Dann kontaktieren Sie uns!

Die Handbremse im Hyper-V Netzwerk lösen

Langsam wird Windows Server 2008 R2 auch in produktiven Umgebungen immer häufiger eingesetzt. Auch ich habe am Wochenende meine Hyper-V-Server auf R2 aktualisiert (meine Upgrade-Erfahrungen habe ich ja vor kurzem in diesem Blog veröffentlicht).

Doch auch nachdem ich meine virtuellen Netze wieder in dem Zustand hatte, dass alle Ressourcen erreichbar waren, hörten die Probleme nicht auf. Konkret war die Performance der externen Netzwerkverbindungen der virtuellen Maschinen unter jeder Kritik.

Die Ursache liegt an einem neuen Feature, genannt TCP Chimney, das zwar schon der Windows Server 2008 beherrschte, aber nicht für virtuelle Maschinen. Dabei kann das Betriebssystem die Bildung verschiedener UDP und TCP Prüfsummen auf die Netzwerkkarte auslagern, sofern diese das beherrscht (was gar nicht so wenige tun) und der Treiber mitspielt (was das weitaus größere Problem ist). Derzeit sind das laut Windows Server 2008 R2 Hyper-V FAQ gezählte 4 Netzwerkkarten von Intel und Broadcom, davon 2 eher hochpreisige 10 GBit-Karten.

Und wie bekommt man die Performance jetzt in den Griff? Indem man diese Optionen in den Eigenschaften des Netzwerkkartentreibers in den virtuellen Maschinen alle deaktiviert:

Ich habe alle Optionen, die das Wort “Abladung” im Namen tragen deaktiviert und die Netzwerkperformance ist wieder auf gewohntem Niveau. Sonderbar ist nur, dass Microsoft behauptet, dass TCP Chimney standardmäßig abgeschaltet ist. Bei allen virtuellen Maschinen, die mir in den letzten zwei Wochen untergekommen sind, war es eingeschaltet.

Wenn der virtuelle Netzwerk-Switch durcheinander gerät

Heute habe ich meinen Windows Hyper-V Server 2008 auf R2 aktualisiert. Das Upgrade lieft grundsätzlich nicht schlecht. Aber anscheinend hat der Upgrade-Prozess etwas Probleme, wenn der Server mehr als eine Netzwerkkarte auf verschiedenen Netzwerken hat. Konkret ist mein Server mit 3 physischen Netzwerkkarten ausgestattet, die alle in unterschiedlichen Netzwerken hängen.

Nach dem Upgrade konnte ich nur bei einem Netzwerkadapter die IP-Adresse konfigurieren. Alle anderen waren nur für die virtuellen Maschinen verfügbar. Ein Löschen der virtuellen Netzwerke war leider auch nicht mehr möglich, der Virtuelle Netzwerk-Manager lieferte ständig Fehlermeldungen. In meiner Verzweiflung löschte ich dann einige Registry-Einträge und startete mehrmals neu in der Hoffnung, dass sich das Problem dabei selbst heilen würde.

Leider half das alles nicht und ich kam vom Regen in die Traufe. Nun ließen sich überhaupt keine Netzwerke mehr verwalten. Dass der Hyper-V-Server keine grafische Oberfläche hat, machte die Sache auch nicht leichter. Im Internet finden sich zwar zahlreiche Hilfestellungen für dieses Problem, doch alle sind auf grafische Benutzerschnittstellen zugeschnitten, die ich nicht habe. Letzlich half mir dieser Blog-Eintrag auf die richtige Spur. Hier die Kurzfassung:

Zuerst deinstallierte ich das virtuelle Switch-Protokoll mit dem Kommando

netcfg –u vms_pp

Im Blog wird anschließend ein Neustart empfohlen. Ich denke, man kommt auch ohne aus. Schaden kann er sicher nicht. Dann wird mit

netcfg –c p –i vms_pp

der virtuelle Switch wieder installiert. Im Gegensatz zum Blog habe ich keinen Speicherort für die inf-Datei angegeben. Dies führte bei mir nämlich immer zu Fehlermeldungen. Ohne –l Parameter ging es dann. Das Blog empfiehlt danach wieder einen Neustart. Auch den halte ich für verzichtbar.

Nun hatte ich Glück: Die Netzwerkschnittstellen schienen bei ipconfig wieder auf und – oh Wunder – hatten sogar wieder ihre IP-Adressen. Allerdings waren alle virtuellen Netzwerke futsch. Dank gewissenhafter Dokumentation waren die aber auch im Nu wiederhergestellt. Allerdings musste ich dann noch in allen virtuellen Maschinen die Netzwerkadapter neu verbinden. War auch nur eine Frage von wenigen Klicks. Dann starteten die Maschinen auch wieder. Nun habe ich wieder meinen Hyper-V-Server und jetzt sogar mit Clustering und Live Migration!

R2 - SQL Server 2008 CTP2 - Data Tier Application
Data Tier Application ist eine der interessantesten Neuerungen die mit SQL 2008 R2 kommen wird. Momentan ist CTP November verfügbar.
 
Es geht dabei darum eine Application und alles was diese auf der SQL Server Seite benötigt (DB - ehklar, aber auch Logins, SP und ähnliches) in eine Paket zusammen zu fassen. Damit ist man in der Lage diese Applikation schnell von SQL Server zu SQL Server zu installieren und verteilen.
 
Daraus ergibt sich auch ein Management über viele Server und Instanzen dieser Data Tier Applicationen hinweg.
 
 
Bild der Managment Console, der sognannte Utility Explorer
 
Data Tier - Applikation Management
 
 
Über diesen Utility Explorer lassen sich die einzelnen Data Tier Applikationen verwalten und auch deployen - siehe Bild.
Utility Explorer
 
 
Data Tier Applikationen werden ins Visual Studio 2010 als Projekte integriert werden und sollen von den Softwareherstellern mit jeder Applikation zur Verfügung gestellt werden - so der Plan der Firma MS.
 
Ein weiteres tolle Feature ist Master Data Server, das sehen wir uns im nächsten Blog an.
 
Viel Spaß beim Ausprobieren
Wolfgang Aigner
 
  
Blue Screen „DRIVER_POWER_STATE_FAILURE (9f)” – oder „Wie man den Debugger auch als Normalsterblicher benutzen kann… „

Kürzlich bei einem Kunden…

Nagelneue Blade Server, Windows Server 2008 SP, alle Patches, etc. sind installiert. System läuft wunderbar. Einziger Wermutstropfen ist obiger Blue Screen der beim Reboot erzeugt wird.

Leider gibt der HEX Schirm auch nicht viel Aufschluss darüber woran es liegen kann, das Internet gibt auch nicht viel her, für einen Call ist keine Zeit…also müssen wir wohl den Dump analysieren.

Jetzt gibt es ja unterschiedliche Meinungen dazu ob es Sinn macht als Laie einen Dump zu analysieren – ich bin der Meinung, dass es in vielen Fällen durchaus Sinn macht, wenn man gerade keine Möglichkeit hat eine Call zu öffnen oder eine Suche im Internet nichts Brauchbares ergibt. Und ganz unter uns gesagt: es ist nicht so schwierig wie alle immer behaupten…

Was brauche ich dazu?

  1. Ein DUMP File (ja, ohne wird's schwierig) – am besten einen Kernel Dump, welcher bei den neueren OS Versionen Standard ist und im "Windows\Minidump" Verzeichnis gespeichert wird
  2. Die Windows Debugging Tools – Achtung auf die Plattform (x86, x64 oder ia64) auf der Analysiert wird.

Sobald die Tools installiert sind, kann es losgehen…eine gute Anleitung wie man die ersten Schritte macht, findet sich übrigens hier.

Nachdem der Symbolpfad richtig eingegeben wurde (mehr dazu in obigem Artikel) sieht der Output des Debuggers nach dem Laden des aktuellen Dumps so aus (den Stack Trace erspare ich Ihnen):

*******************************************************************************

* Bugcheck Analysis *

*******************************************************************************

DRIVER_POWER_STATE_FAILURE (9f)

A driver is causing an inconsistent power state.

Arguments:

Arg1: 0000000000000003, A device object has been blocking an Irp for too long a time

Arg2: fffffa80191b5060, Physical Device Object of the stack

Arg3: fffffa80197f5b60, Functional Device Object of the stack

Arg4: fffffa801dc78770, The blocked IRP

 

Debugging Details:

------------------

*** ERROR: Module load completed but symbols could not be loaded for hpqilo2.sys

DRVPOWERSTATE_SUBCODE: 3

IRP_ADDRESS: fffffa801dc78770

DEVICE_OBJECT: fffffa80197f5b60

DRIVER_OBJECT: fffffa80197a7740

IMAGE_NAME: hpqilo2.sys

DEBUG_FLR_IMAGE_TIMESTAMP: 497c400d

MODULE_NAME: hpqilo2

FAULTING_MODULE: fffffa6005671000 hpqilo2

CUSTOMER_CRASH_COUNT: 1

DEFAULT_BUCKET_ID: DRIVER_FAULT_SERVER_MINIDUMP

BUGCHECK_STR: 0x9F

PROCESS_NAME: System

CURRENT_IRQL: 2

LAST_CONTROL_TRANSFER: from fffff800019092fd to fffff800018a9e10

Ja guten Tag! Da haben wir unseren Verdächtigen. Der ILO Interface Treiber ist also der Schuldige. Musste ich dazu eine Ahnung vom Kernel haben? Nein! Ich sag ja…es ist gar nicht so schwer wie alle immer behaupten… Bleibt nur zu hoffen, dass einen neueren Treiber gibt. J

Nachtrag: Neues HP PSP installiert und Problem ward behoben...

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