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Der NTx Blog

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Windows Phone 7: Ist es nach über einem Jahr eine ernstzunehmende Alternative zu iPhone und Android?

Vor etwas mehr als einem Jahr kamen die ersten SmartPhones mit Windows Phone 7 auf den Markt. Die neuartige Oberfläche stellte einen erfrischend neuen Ansatz gegenüber Android, iPhone & Co. dar. Doch zahlreiche Unzulänglichkeiten (Copy & Paste, Aufgaben – Fehlanzeige!) machten die Geräte dann doch zu Ladenhütern. Viele Unzulänglichkeiten wurden spätestens mit dem Update auf Windows Phone 7.5 ("Mango") behoben. Zeit also, sich das Betriebssystem näher anzusehen.

Hardware

Die SmartPhones mit Windows Phone 7 unterscheiden sich deutlich weniger voneinander als die Android-Systeme. Oft basieren Sie jedoch auf ähnlicher Hardware. Auch in der Windows-Liga finden sich erstklassige AMOLED-Displays, schnelle Prozessoren mit 1 GHz oder schneller und ausreichend Hauptspeicher. Aktuelle Geräte gibt es derzeit von Dell, HTC, Nokia, LG und Samsung. Die Nokia-Geräte leiden anscheinend noch an einigen Kinderkrankheiten. Ich persönlich würde zu Geräten von HTC oder Samsung greifen. Die Preise sind im Vergleich zu iPhone und sogar zu Android recht günstig. Die absoluten Billig-Produkte wie bei Android wird man aber bei Windows Phones vergeblich suchen. Solide Geräte kosten zwischen 300 und 500 Euro. Damit bekommt man Oberklasse-Handys zu Mittelklasse-Preisen.Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl:

  • Tastatur: Im Gegensatz zum iPhone gibt es Windows Phones auch mit Hardware-Tastatur. So dringend wie bei Android braucht man die Tastatur aber nicht. Die Bildschirmtastatur ist qualitativ mit der des iPhone absolut zu vergleichen.
  • Bildschirmgröße und Gewicht: Große Bildschirme schauen zwar gut aus, sind aber der Benutzbarkeit nicht immer zuträglich, wenn man keine Affenhände hat. Große Bildschirme führen auch zu großen und schwereren Geräten.
  • Kamera: Die Unterschiede sind hier eklatant. Am besten probiert man die Kamera im Geschäft aus.
  • Speicher: 8 GB sind Minimum. Wer aber viele Musiktitel oder Videos auf sein SmartPhone laden will, sollte lieber zu Modell mit mehr Flash-Speicher greifen. Alleine eine Navigationssoftware belegt um die 4 GB. Im Gegensatz zu Android-Geräten kann man Windows Phone-Geräte nicht mit Speicherkarten erweitern

Die Oberfläche

Schon beim Erstkontakt fällt die virtuelle Bildschirmtastatur positiv auf. Nur wenige Android-Geräte können hier bei der Präzision mithalten. Nur das iPhone agiert hier auf Augenhöhe. Wählt man ein Gerät mit großem Bildschirm, schaut der iPhone-Benutzer beim Schnelltippen aber ziemlich alt aus. Zur vernichtenden Niederlage der iPhone-Fraktion wird es dann, wenn man gar zu einem Gerät mit Hardware-Tastatur greift.

Der Startbildschirm von Windows Phone 7 ist mittlerweile ja hinlänglich bekannt und wird sich in ähnlicher Form auch in Windows 8. Die Live Tiles sind eine gute Idee und mit den Widgets bei Android vergleichbar. So zeigt das Symbol für die Telefon-App die Anzahl der verpassten Anrufe an, die Symbole für die E-Mail-Konten die neuen Mails (und nicht, wie bei iOS und Android die Anzahl der ungelesenen), die Kalender-Kachel zeigt den nächsten Termin an usw. Doch damit sind die sinnvollen Funktionen schon vorbei. Die Kontakte-Kachel zeigt nur ständig wechselnde Fotos der Kontakte und die meisten anderen Kacheln sind einfach nur tote Icons.

Allerdings geht Windows Phone 7 mit dem Bildschirmplatz generell sehr verschwenderisch um. Auf einen Bildschirm passen leider maximal 8 solcher Kacheln. Bei iPhone und bei Android sind es doppelt so viele, ohne dass diese sich wesentlich schlechter ablesen lassen. Natürlich lassen sich mehr als 8 Kacheln an den Startbildschirm anpinnen. Der Bildschirm rollt dann vertikal ohne feste Einrastpositionen. Situationsabhängige Bildschirme (z. B. einen für das Auto, für das Büro oder in Öffis), lassen sich nicht realisieren. Es lassen sich auch nicht bestimmte Kacheln fixieren, sodass man beispielsweise die ungelesenen E-Mails immer im Blickfeld hat. Das wiegt umso schlimmer, als es keine Möglichkeit gibt, die wichtigsten Kontakte schnell erreichbar zu machen, als sie auf den Startbildschirm zu pinnen.

Update: Es ist möglich, Kontakte in Gruppen zusammenzufassen und diese Gruppen an den Startbildschirm zu pinnen. Das ist zwar nicht unbedingt auf den ersten Blick für alle Anwender verständlich, dafür aber sehr flexibel, weil damit auch eine größere Anzahl an wichtigen Kontakten sinnvoll verwaltet werden kann.

Power-User werden mit dieser Oberfläche nicht allzu glücklich werden, denn auch Ordner für Apps fehlen. Apps, die man nicht auf den Startbildschirm pinnt, landen in einer alphabetisch sortierten Liste, die sich durch Wischen nach links über den Startbildschirm schiebt. Es gibt keine eine Suchfunktion für Apps. Offensichtlich geht Microsoft davon aus, dass man nicht allzu viele Apps installieren wird.

Viele Apps sind nach einem Hub-Konzept aufgebaut. Durch Wischen nach links oder rechts werden unterschiedliche Funktionsbereiche angezeigt. So zeigt die Kontakte-App zunächst alle Kontakte in einer Liste, auf einem weiteren Bildschirm Neuigkeiten aus Facebook und auf einem dritten die zuletzt verwendeten. Dadurch benötigen viele Anwendungen weniger Bedienelemente auf dem Bildschirm als so manche iOS oder Android-App. Mehr Bildschirmplatz steht dadurch aber auch nicht zur Verfügung, weil die Titel der Bildschirme oben sehr groß angezeigt werden. Generell verwendet Windows Phone sehr große und gut lesbare Schriften. Älteren Leuten dürfte Windows Phone 7 daher wesentlich sympathischer sein als iOS und Android. Leider zeigen aber viele Apps unten am Bildschirm nicht unbedingt selbsterklärende Symbole für die Funktionen. Erst ein Tippen auf die drei Punkte daneben oder ein dezenter Wisch nach oben zeigt die hier winzigen Beschriftungen, manchmal zusammen mit weiteren Funktionen an. Auf den Millimeter Bildschirmfläche wäre es auch nicht mehr angekommen.

Windows Phone 7 versucht offensichtlich den Benutzer nicht mit zu viel Information zu überfordern. Zwar ist in den meisten Apps oben eine Statusleiste sichtbar, doch außer dem Akkuladestand und der Uhrzeit zeigt sie nichts an. Erst wenn man mit dem Finger von oben nach unten wischt, werden für 10 Sekunden die aktuelle Empfangsstärke und ein evt. verbundenes WLAN angezeigt. Platz für eine ständige Anzeige wäre eigentlich da. Warum will uns Microsoft diese Informationen vorenthalten? Dass ich ein neues Mail bekommen habe, sehe ich hingegen außerhalb des Startbildschirms nirgends. Das hat sich Microsoft offensichtlich von Apple abgeschaut.

Ganz gut ist der Sperr-Bildschirm gelungen. Klein, aber doch werden die neuen E-Mails und verpasste Anrufe angezeigt – besser als bei iOS und Android. Schön ist auch, dass die Kamera mit einem Tastendruck aufgerufen werden kann, auch wenn das SmartPhone gesperrt ist.

Gut gefällt mir das Hardware-Tasten-Konzept. Die Zurück-Taste tut meist das, was man von ihr erwartet. Doch das kann Android genauso gut. Bei iPhone und iPad vermisse ich die Zurück-Taste ja schmerzlich. Die Such-Taste startet seit dem Mango-Update leider nur mehr die Bing-Suche. Leider gibt es keine globale Suche vom Startbildschirm aus.

Ein Highlight ist die Sprachsteuerung. Hier hat Microsoft ja langjährige Erfahrung. Schon unter Windows Mobile 5.0 gab es das hervorragende Voice Command. Windows Phone 7 beherrscht leider nur mehr wenige Funktionen dieses Pioniers der Sprachsteuerung auf SmartPhones, dafür funktionieren diese zuverlässiger. Man kann Apps öffnen und Kontakte anrufen. Das geht kinderleicht von der Hand, wenn man einmal herausgefunden hat, wie man die Sprachsteuerung aufruft: Dazu hält man die Windows-Taste länger gedrückt. Beim iPhone 4S gibt es zwar Siri, das noch etwas besser funktioniert und auch sympathischer ist, aber Windows Phone braucht sich hier ganz und gar nicht zu verstecken.

In Sachen Bedienung überwiegt das Licht den Schatten. Da ist Windows Phone 7 ein eindeutiger Fortschritt gegenüber seinen Vorgängern und kann mit der Konkurrenz von Apple und Google absolut mithalten.

Telefonieren

Telefonieren sollte immer noch die Kernfunktion eines "Telefons" sein. Bei Windows Phone 7 hat man aber nicht so dieses Gefühl, obwohl man an der Sprachqualität nichts aussetzen kann.

Das fängt schon einmal damit an, dass die Telefon-App keinen fixen Platz auf dem Startbildschirm hat. Nach deren Aufruf wird einem die Anrufliste präsentiert. Unten gibt es Symbole zum Anruf der Sprachbox, zum Einblenden der Wähltasten und einen Link zu den Kontakten. Die Wähltasten lassen wie auch beim iPhone kein SmartDial zu, das heißt, man kann darüber keine Schnellsuche in den Kontakten durchführen. In der Praxis heißt das: Um einen Kontakt anzurufen, sind bei Windows Phone 7 bis zu 5 7 Bedienschritte erforderlich. Zum Vergleich: Bei Android sind es nur 2 3. Bei den alten Windows Mobile-Telefonen mit Tastatur war es nur einer. Wer jetzt einwendet, dass ja dafür die sehr gute Sprachsteuerung zur Verfügung steht: Nicht immer möchte man der Umgebung mitteilen, wen man gerade anrufen möchte.

Hat man das Gespräch einmal aufgebaut, so braucht man wiederum zwei Bedienschritte, um die Lautsprecherfunktion zu aktivieren. Bei Android und beim iPhone reicht da auch nur einer. Positiv ist aber, dass bei Aufruf der Sprachbox automatisch die Zifferntasten eingeblendet werden – eine Funktion, die mir bei Android und beim iPhone fehlt.

Die Anrufliste selbst ist übrigens auch nicht sehr informativ. Die Dauer der Telefonate wird nicht angezeigt. Für ein-, ausgehende und verpasste Anrufe wird immer das gleiche Icon verwendet. Übersichtlich ist das nicht gerade.

Insgesamt ist ein Windows Phone durchaus auch zum Telefonieren zu gebrauchen. Nutzer, die auf ausgefeilte Anruferlisten wertlegen, sind aber bei der Konkurrenz mit Android oder iPhone besser aufgehoben.

Ins Internet

Als Web Browser ist der Internet Explorer vorinstalliert. Die meisten Seiten werden ganz brauchbar dargestellt. Text wird meist ordentlich auf die Bildschirmbreite umgebrochen. Ein stufenloses Zoomen in der Webseite ist möglich. Kopieren von Text ist mittlerweile auch möglich. Favoriten können selbstverständlich gespeichert und wahlweise auch zum Startbildschirm hinzugefügt werden. Und es gibt Unterstützung für mehrere geöffnete Fenster gleichzeitig.

Doch damit ist die Positiv-Liste auch schon beendet. Telefonnummern werden auf Webseiten nicht erkannt und können auch nicht automatisch gewählt werden. Das wiegt umso schwerer, als auch ein Kopieren und Einfügen von Telefonnummern in die Telefon-App möglich ist. Plug-Ins und Bookmarklets werden nicht unterstützt.

Für Web-Junkies bleibt Android vor allem aufgrund der flexiblen Unterstützung von Bookmarklets erste Wahl. Mit dem Browser des iPhone kann Windows Phone aber allemal mithalten.

E-Mail

Über die E-Mail-Fähigkeiten von Windows Phone 7 kann man nicht meckern. Exchange, GMail, Yahoo! Mail, POP3 und IMAP4 werden zuverlässig unterstützt. Die E-Mails werden übersichtlich angezeigt. Ungelesene, gekennzeichnete und Mails mit hoher Priorität werden in separaten Ansichten angezeigt. Hier kommt das Hub-Konzept voll zur Geltung. Man sieht, ob man ein Mail weitergeleitet oder beantwortet hat – nett. Im Vergleich zum iPhone und zu vielen Android-Geräten bleibt die Übersicht auch in vollen Postfächern somit wesentlich besser gewahrt. Der Zugriff auf Ordner ist möglich, Mails können dorthin auch geschoben werden, auch mehrere auf einmal.

Leider fehlt ein einheitlicher Posteingang über alle Konten hinweg. Außerdem fehlt mir eine einfache Möglichkeit zu bestimmen, von welchem Konto aus ein Mail geschickt wird. Ich kann z. B. auf ein Mail nicht von einem anderen Konto aus antworten.

Update: Man kann seit dem Mango-Update verschiedene Konten miteinander "verknüpfen". Dies ist aber ein Feature, das wohl kaum ein durchschnittlicher Anwender auf Anhieb finden oder gar verstehen wird.

Für Nutzer, die hauptsächlich ein E-Mail-Konto nutzen, oder die eine klare Trennung der Konten bevorzugen, ist Windows Phone 7 der iPhone- und Android-Konkurrenz auf jeden Fall überlegen. Wer auf einen einheitlichen Posteingang wert legt, sollte sich lieber die Android-Geräte von HTC näher ansehen.

Kalender

Beim Kalender gibt es etwas Licht, aber auch Schatten. Die Tages- und Agenda-Ansicht sind sehr schön, die Schrift aber etwas klein geraten. Extrem ist die Monatsansicht. Die winzige Schrift kann man nicht einmal unter der Lupe lesen. Hier hätten Symbole gereicht. Mehrere Kalender werden unterstützt und lassen sich mit unterschiedlichen Farben anzeigen. Seit der Version 7.5 kann auch der Google-Kalender synchronisiert werden. Der Ort eines Termins kann leider nicht wie bei Android an die Karten-App weitergereicht werden.

Die Eingabe von Terminen gestaltet sich einigermaßen mühsam. So stehen als Dauer für einen Termin standardmäßig nur 0, 30 und 90 Minuten, 1 oder 2 Stunden und ganztägig zur Verfügung. Eine andere Dauer ist nur über eine benutzerdefinierte Eingabe möglich. Bei Terminserien hat Microsoft leider die schlechten Eigenschaften von Android übernommen. Abgesehen davon, dass bei weitem nicht die Flexibilität von Outlook oder dem alten Windows Mobile zur Verfügung steht, kann man kein Enddatum eingeben. So müssen Serien meist später am PC nachbearbeitet werden. Wer jetzt glaubt, dass man halt einfach auf Terminserien verzichtet und Termine kopiert: Auch hier hat sich Windows Phone 7 gegenüber seinem Vorgänger zurückentwickelt. Auch das ist nicht möglich. Aber Android und iOS können das auch nicht. Schade! Etwas hat Windows Phone 7 der Konkurrenz aber voraus: Termine lassen sich als privat markieren, was in Firmen-Umgebungen mit allgemein freigegebenen Kalendern wichtig ist.

Bei der Planung von Besprechungen zeigen sich auch Lücken. Andere Personen können relativ einfach eingeladen werden. Doch als Antwort auf eine Besprechungsanfrage ist es immer noch nicht möglich, eine andere Zeit vorzuschlagen. Sagt der Besprechungsorganisator einen Termin ab, so kann dieser nicht automatisch aus dem Kalender entfernt werden. Schlecht! Ein Zugriff auf Kalender anderer Personen ist natürlich auch nicht möglich. Diese Funktion konnte Windows Mobile schon einmal. Folglich ist eine ordentliche Besprechungsplanung am SmartPhone immer noch Zukunftsmusik. Sekretariate werden folglich nicht so schnell arbeitslos.

Der Kalender war bei Windows Mobile schon besser als bei dessen Nachfolger. Microsoft hat hier die schlechten Eigenschaften der Konkurrenz kopiert. iPhone und Android sind auf diesem Gebiet auch nicht wirklich bessere Alternativen.

Kontakte

Die Kontaktverwaltung von Windows Phone 7 dürfte den meisten Anwendern gefallen. Namen können sauber in Vorname, Nachname, Titel usw. getrennt werden. Es gibt ausreichend Felder für Telefonnummern. Standardmäßig werden die Kontakte immer nach Vorname sortiert. Eine Änderung dieser Voreinstellung ist nur in der separaten Einstellungen-App möglich, nicht direkt bei den Kontakten. Viele Anwender werden das nicht auf Anhieb finden. Aber das iPhone hat hier das gleiche Problem. Leider gibt es auch keine Unterstützung für Kategorien. Das konnte Windows Mobile schon besser.

Die Facebook-Integration kann als sehr gut bezeichnet werden und kann sich mit HTC Sense unter Android absolut messen. Kontakte können miteinander verknüpft werden, sodass z. B. das Foto für einen Kontakt aus Facebook ergänzt werden kann. Die Adresse eines Kontakts kann außerdem in der Karten-App angezeigt werden – erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Karten-App normalerweise nicht richtig suchen kann. Seit dem Mango-Update zeigt die Kontakte-App auch die Kommunikation-Historie für den jeweiligen Kontakt an.

Insgesamt zeigt sich die Kontakt-Verwaltung dem iPhone und vielen Android-Konkurrenten klar überlegen.

Aufgaben

Aufgaben werden im Gegensatz zu Android und älteren iPhones unterstützt. Sie lassen sich nach Priorität und Fälligkeit sortieren. Im Gegensatz zum iOS 5 (iPhone 3GS und höher) können die Aufgaben aber nicht ortsbezogen gespeichert werden.

In diesem Feld kann Windows Phone bis auf Details auf jeden Fall mit dem iPhone mithalten und schlägt alle Android-Konkurrenten locker.

Office

Von Microsoft erwartet man ja, dass gerade Office-Dokumente besonders gut bearbeitet werden können. Schon bei Windows Mobile waren viele Anwender enttäuscht. Auch bei Windows Phone 7 werden sich viele nach Alternativen wie Documents to Go sehnen.

Die wahre Niederlage für Windows Phone 7 ist jedoch, dass man Office Dokumente nur schwer überhaupt auf das SmartPhone übertragen kann. Unter Android ist das ganz einfach: Handy an PC anstecken, das sich dort wie ein USB-Stick verhält, und Dateien einfach auf die Speicherkarte übertragen. Bei iOS ist das schon etwas schwieriger, aber mit iTunes immer noch möglich, sofern man eine App installiert hat, die Office-Dokumente unterstützt. Ganz anders bei Windows Phone 7: Die Zune Software lässt nur die Übertragung von Musik, Fotos und Videos zu. Nur über E-Mail, SkyDrive oder einen SharePoint 2010-Server lassen sich Dokumente auf das Windows Phone übertragen. Dass PowerPoint wird überhaupt nicht unterstützt. Wer SharePoint 2010 einsetzt, darf sich aber über eine gute Integration freuen.

Insgesamt ist Office sicher nicht das Hauptargument für Windows Phone 7. Für die anderen Plattformen gibt es um wenig Geld teilweise weit bessere Lösungen. Sowohl auf iOS als auch auf Android werden die meisten Anwender wesentlich leichter Dokumente übertragen können. Ich sehe hier Gleichstand. Richtig überzeugt mich keine Plattform.

Karten und sonstige Extras

Die Karten-Anwendung von Windows Phone 7 ist ein schlechter Witz. Abgesehen davon, dass das Bing-Kartenmaterial für Wien seit Jahren falsch ist, ist die ganze Anwendung in Österreich nahezu unbrauchbar. Der Grund: Man kann nicht nach Orten oder Straßen suchen. Drückt man in der App die Such-Taste, gelangt man in die Bing-Suche und es wird alles im Web gefunden, aber nicht der gesuchte Ort auf der Karte.

Positiv sind die schönen Luftbilder anzumerken. U-Bahn-Stationen sind zwar eingezeichnet, doch welche Linie dort fährt, konnte ich nicht herausfinden. Dass Routenberechnungen, geschweige denn eine echte Navigation auch nicht möglich sind, überrascht da gar nicht mehr. Allerdings gibt es im Marketplace eine sehr gute Navigationslösung von Navigon.

Der Taschenrechner von Windows Phone 7 ist ganz brauchbar und hat immerhin Speicherfunktionen. Es gibt einen nutzbaren Wecker. Leider fehlen Zeitnehmer (Countdown) und Stoppuhr. Die Kamera-LED lässt sich auch nicht als Taschenlampe einsetzen.

Der mobile Nomade, der oft die Orientierung verliert, ist nach wie vor mit Android besser bedient. Zur Not tut es auch ein iPhone. Wer jedoch in einer größeren Stadt mit Windows Phone verloren geht, fragt besser den nächsten Passanten nach dem Weg. Auch bei den sonstigen Extras zeigt sich Windows Phone der Konkurrenz deutlich unterlegen.

Musik und Synchronisierung

Der größte Schwachpunkt von Windows Phone 7 liegt vielleicht gar nicht am Handy selbst, sondern am Computer, mit dem es verbunden ist. Fotos, Videos und Musik lassen sich nur mit der Zune-Anwendung übertragen. Da geht es den Windows Phone-Benutzern nicht besser als den iPhone-Junkies. Auch Updates für das Handy selbst werden nur am Computer mit Zune durchgeführt. Sogar das iPhone hat mittlerweile Over-the-Air-Updates gelernt.

Zune ist so ziemlich das Schlechteste, was ich von Microsoft seit langem gesehen habe: Die Bedienung ist für eine Desktop-Anwendung wirr, die Schriften in der Benutzeroberfläche teilweise winzig klein (siehe Abbildung rechts). Die Verbindung zum SmartPhone bricht oft ab. Der Update-Vorgang für das Telefon läuft auch nicht immer rund ab.

Immerhin synchronisiert Zune auch Wiedergabelisten und unterstützt sogar eine Synchronisierung über WLAN, was bei Android nur über Zusatz-Apps möglich ist.

Microsoft hat sich hier für die schlechteste aller Lösungen entschieden und damit viele Kunden verärgert: Einerseits zwingt man die Kunden dazu, das SmartPhone mit einem Computer zu synchronisieren, andererseits können Kontakte, Termine oder Dokumente so nicht übertragen werden. Somit muss der Kunde diese Daten irgendwo im Internet verfügbar ablegen, entweder muss er seinen Exchange-Server entsprechend konfigurieren oder er überträgt seine Kontakte zu Windows Live. Das ist nicht jedermanns Sache.

Apple lässt die Übertragung von Musik, Videos, Bildern und Dateien auch nur über iTunes zu. Doch immerhin ist so auch eine Synchronisierung mit einem lokal installieren Outlook möglich, ohne dass man seine Daten auf einen Server legen muss.

Android ist dazu der Gegenpol: Schließt man das SmartPhone an den Computer an, verhält es sich nur wie ein dummer USB-Stick. Alles läuft über das Internet: Synchronisierung von Kontakten, Terminen und E-Mails ebenso wie sogar Betriebssystem-Updates. Dass einige Hersteller über Zusatzprogramme auch eine lokale Synchronisierung ermöglichen und Samsung sogar Betriebssystem-Updates über die in ihrer Fehlerhaftigkeit und Umständlichkeit mit Zune vergleichbare Kies-Software (was für ein Name!) ermöglicht, zeigt, dass die "Wolke" noch nicht in den Köpfen aller SmartPhone-Benutzer angekommen ist.

Doch auch als Musik-Anwendung macht Zune eine schlechte Figur: Seit Jahren ist bei Musik-Playern ein 5-stufiges Bewertungssystem für Musik etabliert. Auch der Microsoft-eigene Windows Media Player implementiert diesen Standard. Nicht so bei Zune: Etwas anderes als gut und schlecht gibt es nicht.

Wer Termine und Kontakte auch weiterhin mit dem lokalen PC abgleichen will, kommt also um das iPhone nicht herum. Für Musik-Fans bleibt das iPhone ebenfalls das Nonplusultra, doch so mancher wird sich mit Windows Phone doch irgendwie arrangieren können. Android hat hier der Konkurrenz nicht wirklich etwas entgegen zu setzen.

Apps

Microsoft rühmt sich ja damit, dass die Zahl der Apps schneller steigt als bei Android. Nun ja… In der Hälfte der Hauptkategorien findet man unter den Top-Apps gleich einmal Porno. Einen kontrollierten App Store stelle ich mir anders vor. Nicht einmal beim unkontrollierten Android Market finden sich unter den Top-Apps Pornos.

Nach einem Jahr Android-Benutzung habe ich natürlich meine Lieblings-Apps. Jedes alternative SmartPhone Betriebssystem muss also entweder die gleichen oder gute Alternativen anbieten.

Die meisten Apps, die ich unter Android oder am iPhone regelmäßig nutze gibt es auch für Windows Phone oder es gibt brauchbare Alternativen. Daher hier nur eine Liste von Anwendungen, die mir fehlen:

  • Dropbox ist ein Cloud-Service, das Dateien auf dem PC automatisch in einen Speicherplatz im Web synchronisiert. Für iOS und Android stehen native Clients zur Verfügung, die die Bedienung deutlich erleichtern. Simple Dropbox Viewer bietet unter Windows Phone 7 zumindest den lesenden Zugriff erlaubt aber keine Upload.
  • Öffi, Qando und Scotty kennen die Fahrpläne der meisten öffentlichen Verkehrsmittel in der österreichischen Ostregion bzw. auch international. Mit ihnen kann man die Abfahrtszeiten der Verkehrsmittel an nahegelegenen Haltestellen abrufen und die optimale Route zwischen zwei Orten berechnen lassen. Ausweichen ist nur über die mobilen Webseiten möglich.
  • Call Track sichert unter Android die Anrufliste in einen Google Kalender. Da habe ich auch am iPhone noch keine Alternative gefunden.
  • Obwohl Skype mittlerweile zu Microsoft gehört, gibt es keine Windows Phone 7 Version des Clients.

Apps, die unter Windows Phone einzigartig sind, wird man kaum finden. Die wichtigsten Anwendungen sind vorhanden. Wer nach kostenlosen und guten Apps giert, ist bei Android am besten aufgehoben. Wer durchaus auch bereit ist, ein paar Euro auszugeben, greift lieber zum iPhone.

Sicherheit

Ein Gerätekennwort kann definiert werden. Das Telefon kann auch aus der Entfernung gelöscht werden. Gut so! Dass viele Geräterichtlinien, die der Vorgänger Windows Mobile noch unterstützt hat, jetzt nicht mehr funktionieren, stößt vor allem Administratoren sauer auf. Schon lange vor dem iPhone konnte man Windows Phones über Windows Live auch räumlich orten lassen. Bei Android bieten solche Funktionen nur einige Hersteller (HTC, Samsung) an.

Fazit

Da ist Windows Phone zumindest teilweise überlegen:

  • Oberfläche
  • E-Mail
  • Kontakte
  • Aufgabenverwaltung
  • Sicherheit

Und das kann die Konkurrenz besser:

  • Navigation und ortsbezogene Dienste
  • Musik
  • Apps

Insgesamt zeigt sich Windows Phone nach einem Jahr als brauchbare SmartPhone-Alternative. Geschäftliche Anwender bekommen hier für das halbe Geld eine mit dem iPhone vergleichbare, in vielen Bereichen sogar überlegene Funktionalität. Der Musik- oder Spiele-Fan wird allerdings weiterhin das iPhone am meisten begehren. Android hingegen ist ideal für Anwender, die möglichst viele Aspekte des Telefons anpassen wollen oder die kein Extra-Geld für Navi-Software ausgeben wollen. Im beruflichen Einsatz ist Android der Konkurrenz jedoch meist unterlegen.

Würde ich mir ein Windows Phone kaufen? Als geschäftlicher Anwender ganz klar ja. Als Musikfan bevorzuge ich aber doch ein iOS-Gerät, das im geschäftlichen Einsatz nicht viel schlechter ist, aber auch doppelt so viel kostet.

Was Ultrabooks und die Cloud gemeinsam haben und was das mit dem Winter zu tun hat

Zwei Ereignisse prägten meine letzte Woche: Zusammen mit Microsoft-Mitarbeiter und –Partnern hatte ich die Gelegenheit, das Microsoft-Datencenter in Dublin zu besuchen. Und als ich wieder zurückkam wartete ein nagelneues MacBook Air 13 Zoll auf mich.

Igitt! Was macht ein MacBook im NTx-Blog? Microsoft, Windows, Exchange, Office – das sind doch die Kernkompetenzen von Microsoft. Nun ja, man muss auch mal über den Zaun schauen. Und es läuft auch Windows auf dem MacBook und sogar sehr schnell. Aber dazu kommen wir ein anderes Mal.

Im Microsoft Datencenter in Dublin werden auf tausenden von Servern nicht nur die interne IT von Microsoft EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika), sondern auch die zahlreichen Cloud-Dienste des Software-Herstellers betrieben, wie z. B. Windows Update, Windows Live, Hotmail, Office 365, Windows Azure, Windows Intune, um nur einige aufzuzählen.

Doch was hat ein Macbook mit dem Datencenter von Microsoft gemeinsam, außer, dass beides meine letzte Woche geprägt hat? Das MacBook Air ist der Pionier einer neuartigen Kategorie von ultra-mobilen Computern, die Intel folgerichtig Ultrabooks nennt. Ultraflach, ultraleicht, lange Akkulaufzeit und ausreichend Leistung – das prägt diese nicht billige Gerätekategorie, die sich wohltuend aus der Masse der doch nur wenig praxisgerechten Netbooks abhebt. Leider ist die Auswahl derzeit noch gering und man merkt dem Apple MacBook Air den jahrelangen Vorsprung in dieser Klasse an. Nächstes Jahr sollen dann aber doch etliche Geräte mit Windows als Betriebssystem neu auf den Markt kommen.

Auffällig ist beim MacBook Air, dass es entgegen seinem Namen offensichtlich mit sehr wenig Luft auskommt. Zwar gibt es ganz offensichtlich im inneren einen Lüfter, denn unter Last wird es deutlich hörbar, aber es gibt keine ordentlichen Lüftungsschlitze. Der Lüfter verteilt also nur die heiße Luft im engen Inneren des MacBooks. Die Wärmeableitung erfolgt über das Aluminiumgehäuse, das an einigen Stellen recht heiß werden kann. Das MacBook dürfte aber die thermischen Belastungsgrenzen der Komponenten ordentlich ausschöpfen.

Und damit wären wir bei der Gemeinsamkeit mit dem Datencenter von Microsoft. Auch dort fiel mir auf, dass die Raumtemperaturen um einiges höher waren, als ich aus vielen österreichischen Rechenzentren gewohnt war. Microsoft nutzt nämlich die Spezifikation der Serverhardware weidlich aus. Und wenn man in die Datenblätter der meisten Server schaut, erkennt man, dass diese meist bis 30 °C Umgebungstemperatur spezifiziert sind. Doch aus Angst um ihre Hardware werden viele Rechenzentren oft auf unter 20 °C gekühlt.

Dabei ist Hitze gar nicht der größte Feind von Hardware. Das ist nämlich der Staub. Wer schon einmal einen Bürocomputer, der einige Jahre Dienst verrichtet hat, aufgeschraubt hat, weiß, wovon ich spreche. Speziell Computer, die am Boden stehen, sehen schon nach einem Jahr innen aus wie die Sahara in Grau. Was macht Microsoft dagegen? In Dublin wird das Rechenzentrum täglich zweimal gründlich gereinigt. Man hat das Gefühl, man könnte vom Boden essen. Und damit wären wir wieder bei den Ultrabooks: Mangels Lüftungsschlitzen kann natürlich auch viel weniger Staub ins Innere vordringen. Das dürfte die höhere Wärmebelastung mehr als ausgleichen.

Der zweite Feind von mobilen Computern ist übrigens der Winter: Denn nicht die Hitze macht den Geräten zu schaffen, sondern Temperaturunterschiede. Wer sein Notebook stundenlang im kalten Auto gelagert hat und es dann ins warme Büro bringt und gleich in Betrieb nimmt, riskiert dessen Leben. Die warme Büroluft wird angesaugt, kühlt an den kalten Metallen des Notebooks rasch ab und es bildet sich unweigerlich Kondenswasser. Mit etwas Pech ergibt das einen veritablen Kurzschluss und der Computer hat sein Leben ausgehaucht. Auch da sind Ultrabooks durch ihr extremes Kühlungskonzept ohne Lüftungsschlitze im Vorteil.

Und was machen Notebook-Besitzer, die noch kein modernes Ultrabook haben? Lagern Sie Ihr Notebook nicht längere Zeit in der Kälte. Wenn Sie es in der Kälte transportieren müssen, fahren Sie es nicht herunter, sondern betreiben Sie es im Standby-Modus. In diesem Modus wird noch etwas Wärme frei, die hilft, Kondenswasser zu vermeiden. Und wenn das Notebook fühlbar kalt ist, lassen Sie ihm eine halbe Stunde Zeit, sich aufzuwärmen, und trinken Sie inzwischen eine heiße Tasse Tee.

Und die Chefs der Rechenzentren drehen bitte die Klimaanlage eben dieser etwas schwächer auf. Das Arbeiten im Serverraum wird so deutlich angenehmer und sie sparen jede Menge Geld für Strom.

Datenschutz in der Cloud

Sind meine Daten in der Cloud sicher? Wer kann auf diese Daten zugreifen? Da haben doch die Amerikaner direkten Zugriff auf die Daten? Solche und ähnliche Fragen bekomme ich immer wieder gestellt, wenn ich Cloud-Produkte wie Office 365 vorstelle und bewerbe. Gerade im Zusammenhang mit Daten gibt es viele veraltete Vorstellungen und Missverständnisse.

Für eine seriöse Diskussion sollte man zunächst einmal den behördlichen Zugriff auf die Daten von der kommerziellen Verwertung unterscheiden.

Bei der kommerziellen Verwertung von Daten ist zunächst einmal streng zwischen Cloud-Diensten zu unterscheiden, die Geld für ihre Dienstleistungen vom Kunden verlangen und den Gratis-Angeboten. Office 365, aber auch die Google Apps (in der bezahlten Fassung) müssen direkt vom Besitzer der Daten bezahlt werden. Das Geschäftsmodell ist einfach: Microsoft oder Google bieten Dienste an, wir bezahlen dafür. Für den Dienstanbieter gibt es daher keinen Grund, die Daten Dritten zu verkaufen. Sicherheitshalber sollte man trotzdem einen Blick in die AGB des jeweiligen Anbieters werfen.

Microsoft hat sich sogar freiwillig der europäischen Datenschutzrichtlinie, auf der auch das österreichische Datenschutzrecht fußt, unterworfen. Damit ist eine kommerzielle Verwertung der Daten strikt untersagt. Dass die Daten bei Microsoft übrigens in Irland liegen, erweist sich für den österreichischen Kunden sogar als Vorteil, weil Irland wesentlich strengere Datenschutzgesetze und auch die Behörden wesentlich strenger prüfen, was derzeit sogar Facebook zu spüren bekommt.

Bei reinen Gratis-Diensten wie Microsofts Skydrive und Hotmail hingegen sollte man vertrauliche Daten nicht ablegen. Wie auch bei Facebook ist hier der Benutzer das Produkt. Gewonnene Daten werden relativ unverblümt an die Werbeindustrie verkauft. Auch diese Dienste sollen schließlich Gewinn abwerfen. Aber um solche Gratis-Dienste soll es auf unserem professionellen IT-Blog heute nicht gehen.

Ein anderes Kapitel hat ist der behördliche Zugriff auf die Daten. Praktisch jedes zivilisierte Land der Welt hat Gesetze, die unter bestimmten Bedingungen Behörden erlauben, die Herausgabe privater Daten zu erzwingen. Diese sind sehr unterschiedliche ausgeprägt. Diese Details überlasse ich gerne spezialisierten Juristen.

Beachtenswert ist aber der Aspekt, dass es dabei gar nicht so wichtig ist, wo die Daten liegen. Natürlich kann die Homeland Security Behörde der USA nicht einfach nach Dublin marschieren und die Daten des Microsoft-Datencenters dort kopieren. So etwas wie Hoheitsrecht gibt es schließlich auch noch in Zeiten der Globalisierung. Wenn aber, wie zum Beispiel bei Microsoft der Anbieter der Cloud-Dienste auch in den USA Geschäften nachgeht, haben die dortigen Behörden doch ein recht starkes Druckmittel in der Hand: Entweder der Cloud-Anbieter kooperiert und liefert die Daten oder das Amerika-Geschäft ist Geschichte. Diese Erfahrung mussten zum Beispiel europäische Fluglinien machen, die jahrelang nach europäischem Recht illegal Passagierdaten an die Amerikaner weitergeben mussten. Ja sogar die europäischen Banken haben über SWIFT jahrelang Kontodaten an US-Behörden illegal geliefert. Letztlich ist es der wirtschaftliche Druck der entscheidet.

Ist also ein österreichischer Anbieter die Lösung? Gegenfrage: Welchen österreichischen Anbieter von Internet-Dienstleistungen kennen Sie? Inode/UPC (NTx ist da Kunde)? Ist seit vielen Jahren fest in amerikanischer Hand (die Mutter heißt Liberty Global Inc. und sitzt in Englewood/Colorado). Telekom Austria/A1? Bei rund 72 % Streubesitz weiß man über die wahren Eigentumsverhältnisse kaum Bescheid. Und vor allem: Sie können sich jederzeit ändern.

Gut, dann graben wir unsere Daten also doch wieder auf den eigenen Servern ein. Doch auch als rein österreichisches Unternehmen ist man vor ungewolltem Behördenzugriff nicht sicher. Gerät z. B. ein Mitarbeiter unter Terrorverdacht (§ 278a und § 278b StGB), wofür schon die Teilnahme an Tierschutzdemos oder ein paar brennende Mistkübel reichen, so werden von Richtern recht schnell diverse Überwachungsmaßnahmen genehmigt, die durchaus auch in der kompletten Beschlagnahme der EDV-Anlage enden können. Das derzeit im Parlament verhandelte Sicherheitspolizeigesetz erlaubt solche Maßnahmen sogar völlig ohne richterliche Kontrolle. Und wer glaubt, dass Behörden die gewonnenen Daten nicht weitergeben, dürfte wohl schon länger keine Zeitungen und Nachrichtenmagazine gelesen haben.

Fazit: Die Cloud ist in Sachen Datenschutz weder unsicherer noch sicherer als der eigene Server.

DPM has detected a discontinuity in the log chain …

Wenn Sie

  • eine Applikation, z.B. Exchange 2010, 2007 oder SQL 2008 “logisch” aus einer virtuellen Maschine sichern, und
  • die gleiche virtuelle Maschine außerdem noch als ganzes sichern, also ein “Child Partition Snapshot Backup” der virtuellen Maschine durchführen,

bekommen Sie in einiger Regelmäßigkeit folgenden Fehler (am Beispiel von Exchange):

“DPM has detected a discontinuity in the log chain for Exchange Mailbox Database…. (ID 30216 Details: Unspecified error (0×80004005))”

Die Lösung ist im KB 975354 beschrieben, allerdings genügt es hier nicht, einfach den Fix einzuspielen – der im SP1 enthalten und daher ohnehin schon längst installiert ist, sondern es muss auch noch der im KB-Artikel beschriebene Registry Wert in der virtuellen Maschine gesetzt werden. Nachdem den aber offenbar niemand liest, hier nochmal der Hinweis:

Location: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Virtualization\VssRequestor
Name: BackupType
Type: REG_DWORD
Value: 1

Kaum ist der Wert in der virtuellen Maschine gesetzt, funktioniert das Backup auch schon lückenlos.

Mobiles Internet: Welche Hardware für wen?

Im ersten Teil habe ich verschiedene technische Möglichkeiten vorgestellt, um mit einem Computer mobil ins Internet zu kommen. Dieser Artikel stellt eine Zusammenfassung des ersten Teils dar. Für verschiedene Nutzungsszenarien stelle ich die optimalen Lösungen vor.

Der Internet-Allein-Nutzer

Das mobile Internet soll nur von einem einzigen Computer benutzt werden. Es ist die hauptsächlich genutzte Internet-Verbindung.

USB-Modem

Bei guten Empfangsbedingungen und wenn das mobile Internet nur selten unterwegs genutzt wird, stellt das USB-Modem die billigste und einfachste Möglichkeit dar.

Steckkarte

Die Steckkarte bietet sich an, wenn das mobile Internet häufiger auch unterwegs genutzt werden soll.

WLAN-Hotspot

Ein WLAN-Hotspot bietet sich bei ungünstigen Empfangsbedingungen am hauptsächlich eingesetzten Standort an.

Das Familien-Internet

Das mobile Internet soll von mehreren Geräten (Computer, Tablets, Spielekonsolen etc.) gemeinsam genutzt werden. Es wird hauptsächlich an einem Standort verwendet.

WLAN-Hotspot

In diesem Szenario ist der WLAN-Hotspot die beste Lösung. Es kann ein Gerät ohne integrierten Akku gewählt werden, die nur wenig mehr kosten als Teckkarten und USB-Modems.

Der mobile Arbeiter

Dieser Nutzertyp ist entweder alleinstehend und oft unterwegs. Oder er hat zu Hause oder im Büro eine fixe Internet-Anbindung und benötigt zusätzlich eine mobile Lösung.

Tethering mit SmartPhone

Wenn ein entsprechendes SmartPhone vorhanden ist, ist das im Inland meist die beste Lösung. Wenn der Akku des SmartPhones geschont werden soll, kann es mittels USB-Kabel an den Laptop angeschlossen werden, was aber wiederum zulasten der Akku-Laufzeit des Laptops geht. Andere Geräte wie Tablets können das mobile Internet mitverwenden. Vorteil ist auch, dass kein eigener Mobilfunkvertrag abgeschlossen werden muss.

Mobiler WLAN-Hotspot

Ein WLAN-Hotspot mit integriertem Akku stellt eigentlich die Ideal-Lösung dar. Allerdings kosten diese Geräte doch über hundert Euro und können leicht zu Hause vergessen werden. Der im Hotspot integrierte Akku sollte für einen Arbeitstag ausreichen. Der Akku des Laptops wird nicht zusätzlich belastet. Andere Geräte können den Hotspot leicht mitverwenden. Im Ausland stellt das überhaupt die Ideallösung dar. Der Hotspot wird mit ausländischer SIM-Karte bestückt und schon kann man sogar vom SmartPhone aus günstig im Internet surfen.

Integriertes Modem

Die drittbeste Lösung. Kann zwar nicht zu Hause vergessen werden, ist aber relativ teuer, da sie nur für teure Laptops verfügbar ist und da oft noch saftig Aufpreis kostet. Um das gleiche Geld bekommt man da oft schon einem mobilen WLAN-Hotspot, der deutlich flexibler ist. Nachteil ist auch, dass das Internet nur von einem einzigen Gerät genutzt werden kann.

USB-Modem oder Steckkarte

Diese Lösungen sind billig, belasten aber den Akku des Laptops am stärksten. Vor allem USB-Modems können außerdem leicht zu Hause vergessen werden.

Mobiles Internet: Die Hardware

Mobil ins Internet zu gehen ist für viele ja schon Alltag. Gerade in Österreich ist mobiles Internet über Mobilfunknetze billig und weit verbreitet. Noch vor wenigen Jahren gab es wenig Auswahl bei den Möglichkeiten, mobil mit einem PC oder Laptop ins Internet zu gehen. Man konnte zwischen einem USB-Modem und Steckkarten wählen. Doch mittlerweile hat sich das Angebot verbreitert. Ich diesem Artikel möchte ich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Zugangsmöglichkeiten erläutern. In einem zweiten Artikel werde ich dann für verschiedene Nutzertypen Empfehlungen abgeben.

USB-Modem

Dies ist derzeit wohl die am häufigsten verwendet Hardware. Die Mobilfunktechnik ist in einem USB-Stick ("Surf-Stick") verpackt. Manchmal wird auch ein kleines Kästchen über USB-Kabel an den Computer angeschlossen. Dies funktioniert sowohl bei Laptops als auch bei Desktop-Computern.


Foto: 3 Sverige (flickr)

Vorteile

  • Billigste Hardware
  • Funktioniert auch bei Desktop-Computern

Nachteile

  • Benötigt USB-Anschluss (funktioniert nicht mit Tablets)
  • Belastet den Laptop-Akku
  • Empfangsqualität abhängig vom Aufstellungsort des Computers
  • Eigener Mobilfunk-Vertrag nötig
  • Kann zu Hause vergessen werden

Steckkarte

Für Laptops gibt es HSDPA-Modems auch in Form von Steckkarten. Früher waren PC-Cards verbreitet. Heute findet man fast nur mehr Express-Karten.


Foto: LiuTao (flickr)

Vorteile

  • Kann im Gerät verbleiben

Nachteile

  • Funktioniert nur bei Laptops
  • Belastet den Laptop-Akku
  • Empfangsqualität abhängig vom Aufstellungsort des Computers
  • Eigener Mobilfunk-Vertrag nötig

Integriertes Modem

Für viele Laptops sind serienmäßig oder optional HSDPA-Modems verfügbar. Diese sind vollständig in das Gerät integriert. Die Empfangsqualität dieser Lösungen ist oft viel besser als bei den USB- oder Steckkarten-Modems.

Vorteile

  • Immer im Gerät vorhanden
  • Stromsparender als externe Modems
  • Bessere Empfangsqualität als bei externen Modems

Nachteile

  • Oft hohe Aufpreise
  • Oft nur für teure, hochwertige Laptops verfügbar
  • Kann nicht von anderen Geräten mitbenutzt werden
  • Belastet den Laptop-Akku
  • Empfangsqualität abhängig vom Aufstellungsort des Computers
  • Eigener Mobilfunk-Vertrag nötig

Tethering mit SmartPhone

Die meisten Android-Telefone, das iPhone und die neuesten Windows Phone 7-Geräte erlauben es, die Datenverbindung des SmartPhone für andere Geräte über WLAN freizugeben. Die Handhabung ist denkbar einfach: Das Telefon hat ohnehin eine Datenverbindung. Mit ein paar Tapsern am Bildschirm aktiviert man einen mobilen Hotspot. Das Telefon strahlt daraufhin ein WLAN aus, das von allen Geräten, die WLAN unterstützen, verwendet werden kann.

Vorteile

  • Funktioniert mit allen WLAN-fähigen Geräten (auch Tablets)
  • Vorhandenes SmartPhone kann genutzt werden, keine zusätzliche Hardware erforderlich
  • Akku-Belastung bei Laptops am geringsten
  • SmartPhone kann in optimalem Empfangsbereich gelegt werden, Emfangsqualität daher relativ unabhängig vom Aufstellungsort des Computers
  • Vorhandener Datenvertrag für SmartPhone kann mitbenutzt werden

Nachteile

  • Funktioniert nicht mit allen SmartPhones
  • Belastet Akku des SmartPhones
  • Desktop-Computer benötigen eine WLAN-Karte, um das mobile Internet nutzen zu können

WLAN-Hotspot

 

Diese Lösung ist im Grunde ähnlich dem Tethering mit dem SmartPhone. Allerdings wird hier ein eigenes Gerät verwendet, das in Größe und Form den kabelgebundenen USB-Modems ähnelt. Viele dieser Geräte lassen sich alternativ auch als USB-Modem einsetzen. Mobile WLAN-Hotspot verfügen über einen eigenen Akku. Durch den hohen Spezialisierungsgrad liegen die erreichbaren Akku-Laufzeiten weit über jenen von SmartPhones im Tethering-Betrieb. Lange bevor der mobile WLAN-Hotspot schlapp macht, ist wohl der Laptop-Akku leer.


Foto: Amazon

Vorteile

  • Funktioniert mit allen WLAN-fähigen Geräten (auch Tablets)
  • Akku-Belastung bei Laptops am geringsten
  • WLAN-Hotspot kann in optimalem Empfangsbereich gelegt werden, Emfangsqualität daher relativ unabhängig vom Aufstellungsort des Computers

Nachteile

  • Geräte mit integriertem Akku sind relativ teuer
  • Kann zu Hause vergessen werden
  • Desktop-Computer benötigen eine WLAN-Karte, um das mobile Internet nutzen zu können
  • Eigener Mobilfunk-Vertrag nötig
Der lokale Server für die Cloud: HP Proliant Microserver mit Windows Small Business Server Essentials

Downsizing ist ja nicht nur im Automobilbau, sondern auch in der IT derzeit ein merkbarer Trend. Gerade (aber nicht nur) kleine Unternehmen lagern komplexe Dienste wie Exchange, SharePoint, Lync aber auch das Client-Management gerne in die "Cloud" aus. Bei Microsoft heißen die Angebot dann Office 365 und Windows Intune.

Doch nicht alles kann man in die Cloud auslagern. Insbesondere einen Dateiserver wird man doch weiterhin lieber lokal betreiben. Und da hat Microsoft ein sehr gutes Angebot für Kleinbetriebe: Microsoft Small Business Server 2011 Essentials. Inklusive 25 Benutzer-Lizenzen kostet dieser Server nur rund 300 Euro. Technisch ist dieses Produkt eng mit dem Home Server verwandt, aber darum soll es hier heute nicht gehen.

Die passende Hardware dazu liefert HP mit dem Proliant Microserver. Dieser Server ist klein genug, um fast überall zu verschwinden. Geschwindigkeitsrekorde stellt man damit zwar nicht auf, aber die meisten NAS-Geräte steckt er locker in die Tasche. Das Grundmodell kostet deutlich weniger als 300 Euro, hat aber für den Small Business Server zu wenig RAM und für die meisten Einsatzgebiet zu wenig Festplattenspeicher. Am besten baut man noch ein 2 GB RAM-Modul für rund 50 Euro ein. Bei den Festplatten wählt man aus dem großen Angebot preiswerte SATA-Platten. Wer es ganz luxuriös haben möchte, kauft auch noch die Remote-Admin-Steckkarte dazu, die es um rund 60 Euro gibt. Damit kann man den Server dann sogar ohne Tastatur und Monitor installieren. Insgesamt kostet der Server somit zwischen rund 400 und 650 Euro. Das Gesamtpaket aus Hardware und Software kommt damit auf weniger als 1000 Euro.

Windows Small Business Server 2011 Essentials: Meine Add-In-Favoriten

Nachdem ich nun erklärt habe, wie man einen Windows Small Business Server 2011 Essentials in eine bestehende Domäne integriert und wie man die häufigsten Probleme damit behebt, widme ich mich nun den angenehmen Seiten des Lebens mit dem neuen Server-Freund – den Add-Ins. Das Add-In-Modell hat der SBS Essentials vom Windows Home Server geerbt. Entsprechend kann er auch auf ein durchaus gut entwickeltes Ökosystem bewährter Add-Ins zurückgreifen. Zwei Perlen habe ich dabei für Sie herausgegriffen.

KeepVault

Die integrierte Sicherung des SBS funktioniert sehr gut. Aber viele Firmen haben die Anforderung, dass Sicherungen auch extern gelagert werden müssen. 3,5-Zoll-Festplatten sind zwar günstig und bieten viel Platz, sind aber gleichzeitig schwer und klobig. Und wohin mit den Dingern? In einen Banktresor? In den Keller der Großmutter?

Wer über eine schnelle Internet-Leitung verfügt (2 MBit im Upload), kann seine wichtigsten Daten auch "in die Cloud" sichern. KeepVault von Proxure bietet ein gutes Add-In für den SBS Essentials an. Ein Test-Account mit einer Kapazität von maximal 15 GB ist gratis für einen Monat. Die weiteren Kosten betragen US$ 0,15 pro Gigabyte und Monat, also z. B. 15 US$ für 100 GB.

Das Add-In lässt sich kinderleicht am Server installieren und konfigurieren. Zur Erhöhung der Sicherheit kann man einen eigenen Schlüssel eingeben, mit dem die Sicherungen vor der Online-Übertragung verschlüsselt werden. Damit sind sich auch sicher vor dem Patriot Act.

Das Add-In integriert sich sehr schön in das Dashboard. Angezeigt werden standardmäßig alle freigegebenen Ordner. Die kann man einfach auswählen und auf Schutz aktivieren klicken. Schon startet der Upload. Zusätzliche Ordner können natürlich auch hinzugefügt werden. Auf Wunsch kann das Add-In auch auf die Clients ausgerollt werden, die dann auch Daten in die "Wolke" sichern können.

Schade ist, dass gelöschte Dateien auf den Servern von Proxure nicht gelöscht werden und weiterhin im Rahmen des Volumens verrechnet werden. Das können andere Anbieter von Online-Backup schon besser. Aber irgendwie muss man ja auch zu Geld kommen, oder?

AWIECO WakeOnLAN

Wer sich öfter mit dem Remote Web Access auf Computer verbindet, muss diese ständig laufen lassen. Das kostet unnötig Strom. Mit dem kostenlosen AWIECO WakOnLAN können Sie Computer aus der Ferne über das Dashboard oder über den Remote Web Access aus dem Standby aufwecken oder einschalten.

Die Bedienung ist kinderleicht. Im Dashboard findet man das Add-In unter Computer und Sicherung auf einer eigenen Registerkarte.

Wichtiger ist aber die Integration in den Remote Web Access. Nur Geräte, die offline sind, werden im WakeOnLAN-Webpart angezeigt. Ein Klick auf den roten Knopf – und schon wird das Gerät eingeschaltet.

Damit WakeOnLAN funktioniert, muss allerdings – wie bei allen anderen derartigen Lösungen auch – die entsprechende Option bei der Netzwerkkarte aktiviert sein. Dies kann zum Beispiel im Geräte-Manager des jeweiligen Geräts gemacht werden. Auf der Registerkarte Power Management (Energieverwaltung) ist die Option Allow this device to wake the computer (Gerät kann den Computer aus dem Ruhezustand aktivieren) zu aktivieren. WakeOnLAN verwendet sogenannte Magic Packets. Aus Sicherheitsgründen sollte daher auch die zweite Option aktiviert werden.

Bei neueren Netzwerkkarten gibt es auf der Registerkarte Advanced (Erweitert) auch noch die Einstellung Wake on Pattern Match. Diese sollte deaktiviert werden, weil sonst die Computer ständig unmotiviert aus dem Standby aufwachen.

Die kostenlose Version bietet das Add-In aber nur Administratoren an. Die Pro Version kostet aber auch nur 19,95 Euro. Damit können Sie dann auch normalen Benutzern die Berechtigung geben, ihre Computer aus der Ferne einzuschalten.

Kleiner Tipp: Damit das Add-In (wie auch andere) auf der Remote Web Access-Seite von Benutzern angezeigt wird, müssen sie Mitglied der Gruppe RA_AllowAddInAccess sein.

Windows Small Business Server 2011 Essentials: Probleme und Lösungen

Letzte Woche habe ich in dem Blog beschrieben, wie man einen Windows Small Business Server 2011 Essentials in eine bestehende Domäne integriert. In der Praxis gibt es dann doch den einen oder anderen Punkt, den man gerne übersieht oder das eine oder andere kleine Problem. Diese Erfahrungen möchte ich hier an Sie weitergeben.

Auf Seite 23 des Migration Guides wird unter Install and restore the Certification Authority bei Punkt 7 empfohlen, eine als Setup Type Standalone auszuwählen. Das ist ungünstig. Auch frische Installationen des SBS Essentials installieren eine Enterprise-CA. Deshalb ist hier Enterprise auszuwählen. Sollten Sie schon eine Standalone-CA installiert haben und diese zu einer Enterprise-CA konvertieren wollen, folgen Sie den Anweisungen des Migration Guides zum Sichern und Deinstallieren und erneuten Installieren und Wiederherstellen der CA (natürlich bis auf die Kleinigkeit mit der Standalone-CA). Danach müssen Sie den Server noch einmal neu starten, sonst sehen Sie keine Computer mehr im Dashboard.

Verzweifelt suchte ich nach einer Möglichkeit, wie ich nach der Migration den neuen Server auch im Dashboard und RWA anzeigen lassen kann. Die Lösung ist im Migration Guide gut versteckt: über

wsspowershell.exe den Befehl Add-WSSLocalMachineCert
ausführen und den Server neu starten.

Ich hatte schon ein offizielles Zertifikat von Godaddy, das ich für den RWA verwenden wollte. Dieses lag als exportierte PFX-Datei mit privatem Schlüssel vor. Über die Servereinstellungen im Dashboard konnte ich das Zertifikat auch problemlos importieren und der RWA funktioniert auch anstandslos – bis zum Neustart des Servers. Also wieder Zertifikat importieren – doch auch beim nächsten Neustart funktionierte der RWA nicht mehr. Nach etlichen Versuchen, das Problem zu lösen, beschloss ich, dass es am Zertifikat liegen müsste. Bei Godaddy ist es zum Glück kein Problem, das Zertifikat mit neuem Schlüssel ausstellen zu lassen. Dazu tut man am SBS im Assistenten für den RWA so, als ob man ein neues Zertifikat erwerben wolle. Dann ruft man auf der Godaddy-Website die Funktion zum Generieren eines neuen Schlüssels für das Zertifikat auf und kopiert den codierten Text der Zertifikatsanforderung vom SBS in das Dialogfeld hinein. Dann lädt man das neu generierte Godaddy-Zertifikat herunter, importiert es i den Assistenten und schon funktioniert der RWA wieder zuverlässig.

Natürlich probierte ich das Clientcomputer-Backup aus. Doch nach kurzer Zeit funktionierte es nicht mehr. Ich konnte auch die Einstellungen nicht mehr verändern. Die Lösung: Einfach die integrierte Reparaturfunktion für die Backups aufrufen.

Und da wäre dann noch der lästige RegOpenKeyExW-Fehler in der Ereignisanzeige, der übrigens auch beim Windows Small Business Server 2011 Standard auftritt. Wie man diesen Fehler behebt, habe ich kürzlich in einem eigenen Artikel beschrieben.

Der lästige RegOpenKeyExW-Fehler auf Datei-Servern

Kommt Ihnen dieses Ereignis, das vor allem auf Small Business Servern gerne auftritt, bekannt vor?

Der Fehler tritt auf, wenn Dienste, die nur unter dem Konto Netzwerkdienst laufen, sich als Shadow Copy Writer registrieren. Diese haben nämlich auf den erwähnten Registrierungsschlüssel (HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\VSS\Diag) nicht die nötigen Berechtigungen. Wenn Sie z. B. die Network Policy and Access Services oder das Remote Desktop Gateway auf einem File Server installieren, können Sie den Fehler provozieren.

Die Lösung ist relativ einfach. Startet die regedit.exe, navigieren Sie zum Schlüssel HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\VSS\Diag und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Befehl Berechtigungen… bzw. Permissions… Fügen Sie den Benutzer NETZWERKDIENST hinzu und geben Sie ihm auf diesen Schlüssel und Unterschlüssel folgende Berechtigungen:

  • Wert abfragen
  • Wert festlegen
  • Unterschlüssel erstellen
  • Unterschlüssel auflisten

So sollte das dann fertig aussehen:

Wenn Sie wollen, können Sie den Server jetzt noch neu startet, notwendig ist es jedoch nicht.

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