Bedingt durch die föderalistische Organisation war über die Jahre hinweg in den ÖAMTC Landesvereinen (wir sprechen hier nicht von Verbänden) eine Vielfalt an Hardware und Software entstanden. In einem gemeinsamen Projekt wurde die NTx Backoffice Consulting Group beauftragt, ein System für Software-Verteilung und Inventory zu implementieren, um Kosten zu reduzieren und eine sinnvolle Homogenisierung voranzutreiben.
Die „gelben Engel“ des ÖAMTC – Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touringclub, brauchen nicht vorgestellt zu werden, sie leisten seit 55 Jahren mobile Pannenhilfe. Die österreichweite flächendeckende Präsenz wird durch die Landesvereine gesichert, insgesamt hat der ÖAMTC 12 Stadtbüros, 18 Reisebüro-Filialen, 112 Dienststellen, 9 Fahrtechnikzentren, 16 Standorte für die Flugrettung und 11 Grenzdienststellen. Die föderalistische Organisation - jeder Landesverein ist ein eigener Verein - hat im Verlauf der Jahre zu einer sehr unterschiedlichen IT-Infrastruktur geführt und in der Folge zu immer größeren Schwierigkeiten bei der Software-Verteilung auf den rund 2000 zu betreuenden Clients. Das eingesetzte Produkt SMS 2.0 konnte diese Funktion nicht mehr erfüllen.
Projektverlauf: Proof of Concept für SCCM
Daher wurde federführend von der Windows Backoffice Gruppe in Wien, ein von allen Ländern unterstütztes Projekt gestartet, um ein neues Werkzeug für Software-Verteilung sowie SW- und HW-Inventory zu implementieren und damit auch in der Folge Standards für ganz Österreich anzustreben. Als Projektpartner wurde die NTx Backoffice Consulting Group gewählt, die seit 2005 den ÖAMTC betreut und das erforderliche Know-how einbrachte. Der Entscheidungsprozess bis zur Produktauswahl nahm ein ¾ Jahr in Anspruch, ausgewählt wurde SCCM – System Center Configuration Manager von Microsoft. Neben den technischen Funktionen war vor allem das Preis-/ Leistungsverhältnis dabei ausschlaggebend. Der Proof of Concept war Meilenstein des Projekts. Ein SCCM-Server befindet sich in Wien, Subserver stehen in jedem Bundesland und in den Stützpunkten Windows Terminalserver. Die Software-Verteilung von Wien aus für jeden Arbeitsplatz im Feld umfasst Updates von Betriebssystem, Office-Produkten und allen Applikationen von Adobe bis SAP. Ein Mitarbeiter von NTx begleitete das Projektteam des ÖAMTC und bildete mittels Training on the Job einen SCCM-Administrator und zwei Back-Up Administratoren aus.
Nutzen: fast 100% Erreichbarkeit und Homogenisierung
„Der Nutzen des Projekts war sofort ersichtlich“, berichtet Michael Riehs, Teamleiter Windows Backoffice beim ÖAMTC: „Mit dem alten Vorgängerprodukt lag der Erreichbarkeitsgrad bei rund 20%, jetzt sind wir nahezu bei 100% angelangt. Das erspart uns sehr viel Zeit. Das Projekt ist abgeschlossen, die Software-Verteilung funktioniert fehlerlos." Ein zweiter wesentlicher Vorteil ergibt sich nun aus dem laufenden Betrieb. Mit Hilfe der Inventory-Funktionen von SCCM wird die gesamte IT-Infrastruktur bereinigt: rund 5000 Computer-Objekte waren gelistet, real physisch vorhanden sind jedoch nur ca. 2000 davon. Der Bereinigungsprozess von Hardware sowie auch die Homogenisierung der Software sind derzeit im Gange. Ist dieser Prozess abgeschlossen, werden sich die Administrationskosten nochmals signifikant verringern.